Hagen

Westfalenpost: Die Mär vom schnellen Netz / Kommentar von Jan Mölleken über Internetanbieter

Hagen (ots) - Bitte warten ..." - allen Werbeversprechen vom "superschnellen Highspeed-Internet" zum Trotz müssen deutsche Verbraucher oft vor allem eines sein: geduldig. Laut Jahresbericht der Bundesnetzagentur können vermutlich Millionen Deutsche nicht mal halb so schnell durchs Netz surfen, wie es ihnen ihre Internetprovider eigentlich versprechen. Ein starkes Stück! Man stelle sich vor, der Bäcker nebenan würde statt der bestellten zehn Brötchen nur vier in die Tüte packen und den vollen Preis kassieren. Er würde schnell den Unmut der Kundschaft spüren. Von derlei "Kleinigkeiten" wie der Pflicht zur Vertragserfüllung lassen sich viele Internetprovider nicht die Verkaufslaune verderben. Sie schließen immer weiter Internetverträge mit großen Tempoversprechen ab - verlässlich einlösen können sie diese oft nicht. Als Betroffener fühlt man sich verraten und verkauft. Sich telefonisch zu beschweren gleicht einer Herkulesaufgabe. Einziger Ausweg bleibt der Streit vor dem Zivilgericht. Immerhin hat die Bundesnetzagentur Richtern ihre Aufgabe leichter gemacht, indem sie konkretisierte, wie schnell ein Internetanschluss zu sein hat. Doch wer zieht wegen stockender Serien vor den Kadi? Dabei geht es um weit mehr, als die abendliche Unterhaltung sicherzustellen: Der Zugang zum Internet ist seit 2016 ein Menschenrecht, eine schnelle, verlässliche Internetverbindung wird künftig in Deutschland unerlässlich sein, privat wie beruflich. Das kundenfeindliche Gebaren vieler Provider steht dem entgegen. Verbraucher dabei zu stärken, hier zu ihrem Recht zu kommen, wäre doch eine gute Aufgabe für eine neue Bundesregierung. Sie könnte beweisen, dass sie an der Zukunft arbeiten will. mehr

Westfalenpost: Klarheit statt Konfusion / Kommentar von Joachim Karpa zum Sturm Friederike

Hagen (ots) - Ein Orkan zieht übers Land. Eltern und Kinder hängen in der Luft. Müssen die Kinder zur Schule? Ja oder nein? Wer bestimmt das? Die Diskussion darüber, der Schulpflicht nachzukommen, erreicht mit jeder Windböe höhere Drehzahlen. Warum das so ist? Weil die politischen Verantwortlichen nicht fähig sind, eine Entscheidung zu treffen, die so lautet: Der Unterricht im Land fällt aus, und die Schulen bleiben geschlossen. Klare Ansage. Aber nein, es läuft anders. Das Schulministerium verweist auf die Verantwortung der Eltern. Sie müssen wissen, ob dem Nachwuchs der Weg in die Schule zugemutet werden kann. Gut möglich, dass ihnen die Schule die Entscheidung abnimmt und nach Absprache mit Schulträger und Bezirksregierung die Schule schließt. Die Folgen sehen wir. Wirrwarr und Unsicherheit. Whats-App-Gruppen laufen heiß. Der Verweis auf den Erlass des Ministeriums zum Thema Unterrichtsbefreiung hilft nicht. Verklausuliertes Deutsch, das niemand versteht. Bei Katastrophen aller Art, Sturm mit Ansage gehört dazu, bilden Regierungen in der Regel Krisenstäbe. Hier laufen alle Daten und Fakten zusammen. Niemand weiß mehr zur Lage. Hier müssen die Entscheidungen fallen. Der Ernstfall braucht Klarheit, keine Konfusion. Der nächste Orkan kommt bestimmt. mehr