Henryk M. Broder
Düsseldorf

Juden zeichnen arabischstämmige Autoren aus

Der deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad und der palästinensisch-israelische Psychologe Ahmad Mansour erhalten am Donnerstag die Josef-Neuberger-Medaille der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Die zwei arabischstämmigen Autoren werden für ihr jahrelanges Engagement gegen Antisemitismus geehrt, wie die Gemeinde mitteilte. Laudatoren bei der Verleihung in der Düsseldorfer Synagoge sind der Publizist Henryk M. Broder und der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD). Mit der Neuberger-Medaille zeichnet die Jüdische Gemeinde Düsseldorf seit 1991 nichtjüdische Personen des öffentlichen Lebens für ihre Verdienste um die jüdische Gemeinschaft aus. Namensgeber ist der jüdische Rechtsanwalt und frühere NRW-Justizminister (1902-1977). mehr

Buch "Die letzten Tage Europa"

Henryk M. Broder in der Rolle des Europakritikers

Henryk M. Broder mag Europa gar nicht. Falsch: Europa mag der in Polen geborene und in Deutschland lebende Jude, Sohn einer österreichischen Mutter und eines russischen Vaters, sehr wohl. Nur mit der Europäischen Union hat er so seine Schwierigkeiten. Und als wir ihn auf der Frankfurter Buchmesse treffen, erscheint er bestens vorbereitet: mit einem programmatischen T-Shirt in Europa-Blau, auf der Brust steht Schengen, und um diesen symbolträchtigen Ortsnamen herum ist ein dicker Stacheldraht gewunden. Es ist seine auch zynische Kritik auf einen Völkerbund, der nach seinen Worten Grenzfreiheit propagiert und Armutsflüchtlinge ersaufen lässt. Wo es dieses ungewöhnliche T-Shirt zu kaufen gibt? Nirgendwo, sagt Broder. Das habe ich selbst anfertigen lassen; "doch wenn es ein Erfolg wird, gehe ich damit in Produktion", sagt er schelmisch. mehr