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Streik wegen "Charlie Hebdo"-Zeichnung in Kaschmir

Aus Protest gegen die Veröffentlichung einer Mohammed-Karikatur in der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" haben am Freitag im indischen Teil Kaschmirs Geschäfte geschlossen. Zu dem Streik hatten Separatisten und religiöse Parteien aufgerufen. Aus Angst vor möglichen Auseinandersetzungen nach den islamischen Freitagsgebeten schränkten Behörden in Gegenden der Stadt Srinagar die Bewegungsfreiheit von Bewohnern ein. mehr

Persönlich

Irom Sharmila . . . ist seit 14 Jahren im Hungerstreik

In Indien gilt ein Kriegsgesetz, das es der Polizei und dem Militär ermöglicht, ungestraft Menschenrechtsverletzungen zu begehen. Ihnen erlaubte das Sondergesetz (Armed Forces Special Powers Act) in Unruhegebieten Verhaftungen, Gewaltanwendung in Verhören und den Waffengebrauch ohne besondere Befugnis. Kritiker nennen dies eine "Lizenz zum Töten." Die 42-jährige Menschenrechtsaktivistin Irom Sharmila untersuchte im indischen Bundesstaat Manipur die Gewalttaten des Militärs für eine Nichtregierungsorganisation. Als im November 2000 zehn Zivilisten in der Nähe ihres Dorfes erschossen wurden, trat Irom Sharmila in einen Hungerstreik. Diesen wollte sie so lange durchhalten, bis das Sondergesetz abgeschafft werde. Die Justiz klagte die Aktivistin wegen versuchten Selbstmordes an. Das gilt in Indien als Straftat und kann mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden. Sharmila wurde mehrfach festgenommen und in einem Gefängniskrankenhaus durch einen Schlauch in der Nase zwangsernährt. Ihren Hungerstreik setzte sie auch zwischen ihren jeweiligen Haftstrafen fort. Irom Sharmilas Protest gilt als der weltweit längste Hungerstreik. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International macht sich seit langem für Sharmilas Freilassung stark. Jetzt soll die Menschenrechtsaktivistin aus der Haft entlassen werden. Ein Gericht in Manipur erklärte die Inhaftierung der 42-Jährigen für nicht rechtmäßig und ordnete ihre umgehende Freilassung an. In Indien wird sie die "Eiserne Lady von Manipur" genannt und als Volksheldin gefeiert. mehr

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Hindus sollen drei Muslime verbrannt haben

Mindestens drei Muslime sind bei Zusammenstößen zwischen hinduistischen und islamischen Glaubensanhängern im Osten Indiens getötet worden. Atul Prasad, ein Vertreter des Bundesstaates Bihar, berichtete davon, dass der Konflikt am Sonntag ausbrach, nachdem der Körper eines minderjährigen Hindus in dem Dorf Sarayian gefunden worden sei. Der Junge wurde demnach vor mehr als einer Woche als vermisst gemeldet. Die verkohlten Leichen wurden in einem Armenviertel in verbrannten Hütten gefunden, wie Prasad berichtete. Die Situation bleibe angespannt, obwohl die Polizei bereits acht männliche Hindus festgenommen habe. Nach Angaben von Prasad machten hinduistische Fischer die Muslime für die Tötung des Jungen verantwortlich und zündeten deshalb ihre Hütten an. mehr