Lettland
Riga

Lettischer Minister vergleicht Russland mit NS-Regime

Lettlands Außenminister hat mit einem NS-Vergleich Empörung ausgelöst. Edgars Rinkevics hatte beim Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben: "Je mehr ich dem modernen Russland folge, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass es wie das Deutsche Reich nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg enden wird." Lettland hat derzeit den EU-Vorsitz inne; die Beziehungen der baltischen Staaten zu Russland sind wegen der Ukraine-Krise gespannt. Das russische Außenministerium kritisierte Rinkevics' Aussage als "empörenden Vergleich"; Rinkevics habe "eine Bombe geworfen" und sei offenbar geistig krank. Die lettische Regierung distanzierte sich: Es handle sich nicht um die offizielle Position des baltischen Staates, sagte Regierungschefin Laimdota Straujuma. mehr

Riga

Deutscher Student in Riga tot aufgefunden

In Lettland hat die Polizei die Leiche eines seit Januar vermissten deutschen Architekturstudenten aus Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg) gefunden. Die Leiche des 23-Jährigen, der zu einem Austauschsemester in Riga war, sei am Freitagabend in einem Kanal des Flusses Daugava entdeckt worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Anzeichen für ein Verbrechen gebe es nicht. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Der Student war zuletzt im Januar nahe der Altstadt von Riga gesehen worden. mehr

EM-Qualifikation

Zwei Bundesliga-Profis stehen im tschechischen Kader

Theodor Gebre Selassie von Werder Bremen kehrt nach einjähriger Pause in den Kreis der tschechischen Fußball-Nationalmannschaft zurück. Der Abwehrspieler ist von Trainer Pavel Vrba für das EM-Qualifikationsspiel gegen Lettland berufen worden. "Theo hat in Bremen gezeigt, dass er auch sehr offensiv spielen kann", sagte Vrba einer Verbandsmitteilung zufolge. Das Spiel findet am 28. März in Prag statt. In der 19-köpfigen Auswahl ist diesmal auch Mittelfeldspieler Adam Hlousek vom VfB Stuttgart vertreten. Selassie und Hlousek hatten zuletzt im 2:2-Länderspiel gegen Norwegen im März 2014 für ihr Heimatland gespielt. mehr

Skeleton-WM

Grotheer und Jungk bleiben ohne Medaille

Deutschlands junge Skeleton-Piloten haben bei der Heim-WM in Winterberg eine Überraschung verpasst und die Titelkämpfe ohne Medaille beendet. Der 22-jährige Christopher Grotheer (Oberhof) belegte als bester Deutscher den fünften Rang direkt vor Axel Jungk (24/Riesa). Top-Favorit Martins Dukurs (Lettland/3:34,23) fuhr souverän zu seinem dritten WM-Titel, der Seriensieger des Gesamtweltcups holte sich den Pokal damit von Olympiasieger Alexander Tretjakow zurück. Der Russe belegte mit 0,69 Sekunden Rückstand Rang zwei. Tomass Dukurs (Lettland/+1,52) wurde ungefährdet Dritter. Grotheers Rückstand auf den drei Jahre älteren Bruder des Weltmeisters betrug am Ende 0,78 Sekunden, Jungk lag ein weiteres Zehntel dahinter. Kilian von Schleinitz wurde Neunter, Debütant Martin Rosenberger (beide Königssee) musste sich mit dem 16. Platz begnügen. Eine Medaille wäre ein großer Erfolg gewesen, der deutsche Skeletonsport befindet sich nach den schwachen Ergebnissen der vergangenen Jahre im personellen Umbruch. mehr

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Lettland

Ein halbes Jahrhundert stand Lettland unter Sowjetherrschaft, bevor der kleine baltische Staat 1990 seine Unabhängigkeit erklärte, die 1991 umgesetzt wurde. Bis heute ist Russland jedoch ein wichtiger Handelspartner geblieben. Politisch hat sich das Zwei-Millionen-Einwohner-Land jedoch von seinem großen Nachbarn distanziert. Seit 2004 ist der mittlere der drei baltischen Staaten Mitglied der Europäischen Union. Zum Jahreswechsel übernimmt das kleine Land im Nordosten Europas erstmals die EU-Ratspräsidentschaft. In der ersten Hälfte 2015 führt Regierungschefin Laimdota Straujuma von Riga aus die Geschäfte der 28 EU-Mitgliedstaaten. Lettland, das die Präsidentschaft von Italien übernimmt, will dabei für ein "wettbewerbsfähiges, digitales und engagiertes Europa" eintreten.