Namibia
Himmel & Erde

Zu Gast bei Freunden

In diesen Tagen bin ich mit einer Gruppe von ganz verschiedenen Menschen am anderen Ende der Welt unterwegs. Gemeinsam mit Mitgliedern des Partnerschaftskomitees Namibia unseres Kirchenkreises und einem extra für diese Reise gegründeten christlichen Projektchor besuche ich unseren Partnerkirchenkreis Otjiwarongo in Namibias im südlichen Afrika. Seit über dreißig Jahren gibt es bereits einen engen und durch viele persönliche Kontakte gestalteten intensiven Austausch zwischen unseren christlichen Geschwistern in Namibia, dem Kirchenkreis Tecklenburg in der westfälischen Landeskirche und dem Kirchenkreis Wesel. Diese drei Kirchenkreise Otjiwarongo, Tecklenburg und Wesel machen mit ihrer Partnerschaft die besonderen und wertvollen ökumenischen Beziehungen deutlich, die uns trotz unserer Unterschiedlichkeit verbinden. In den zurückliegenden Jahren konnten wir viel voneinander lernen. Für uns als Christen aus einem reichen Land und einer, trotz aller Sparmaßnahmen, immer noch reichen Kirche, ist es heilsam zu erleben, wie Christinnen und Christen unter völlig anderen Lebensumstände ihren Glauben leben. Unsere Partnerkirche in Namibia ist, wenn man alleine auf ihre Finanzkraft sieht, eine arme Kirche. In manchen Monaten ist nicht sicher, wie die Gehälter der Pfarrerinnen und Pfarrer und der anderen Mitarbeitenden bezahlt werden können. Kirchengebäude und Gemeindehäuser befinden sich in einem oft sehr einfachen Zustand. Aber wer einmal einen Gottesdienst in Otjiwarongo, Omaruru oder in Khorixas erlebt hat, der ist überwältigt von der spirituellen Kraft dieser Gemeinden. Das Wort Gottes wird in einer lebendigen und verständlichen Sprache gepredigt. Es berührt die Menschen in ihren mitunter sehr schwierigen Lebenssituationen und gibt ihnen Kraft, sich auch Veränderungen auszusetzen. Begeisternd sind aber vor allem die Auftritte der verschiedenen Chöre einer Gemeinde. Mitreißend und voller ansteckender Freude wird hier das Evangelium von der Liebe und Barmherzigkeit Gottes den Menschen nahe gebracht. Auf unserer Reise durch die Kirchengemeinden in Namibia begegnen uns Menschen, die uns mit ihrem Glauben tief beeindrucken. Sie trauen Gott etwas zu. Gelebter Glaube, der sich den schwierigen Verhältnissen im eigenen Land stellt und der besonders den Benachteiligten nahe ist. Mit diesen Eindrücken werden wir noch bis Ende August in Namibia bei unseren Freunden zu Gast sein. Und wir werden diese Erfahrungen mit nach Wesel nehmen um uns selber davon verändern zu lassen. mehr

Berlin

Berlin nennt Herero-Krieg jetzt Völkermord

Die Bundesregierung will die Massaker deutscher Truppen vor mehr als 100 Jahren im heutigen Namibia künftig als Völkermord bezeichnen. Dazu soll es nach Angaben des Auswärtigen Amts auch eine gemeinsame Erklärung mit Namibia geben, dem ehemaligen Deutsch-Südwestafrika. Dort wurden zwischen 1904 und 1908, als Deutschland noch Kolonialmacht war, mehr als 85 000 Herero und Nama von kaiserlichen Truppen ermordet. Die Kolonialherrschaft ging am 9. Juli 1915 zu Ende. mehr