Papst Franziskus
Himmel & Erde

Völkermord an den Armeniern

In der kommenden Woche wird sich der Bundestag mit einem Thema beschäftigen, das für viele Deutsche eher unbekannt ist. Am 24. April gedenken Regierung und Abgeordnete der Opfer des Völkermordes am armenischen Volk vor 100 Jahren. An jenem 24. April 1915 hatte der osmanische Innenminister den Befehl erteilt, die wichtigsten Persönlichkeiten der armenischen Gemeinde in Istanbul gefangen zu nehmen und in spezielle Lager in Anatolien zu deportieren. mehr

Himmel & Erde

Umgang mit Geschichte: Völkermord an den Armeniern

In der kommenden Woche wird sich der Bundestag mit einem Thema beschäftigen, dass für viele Deutsche eher unbekannt ist. Am 24. April gedenken Regierung und Abgeordnete der Opfer des Völkermordes am armenischen Volk vor einhundert Jahren. An jenem 24. April 1915 hatte der osmanische Innenminister den Befehl erteilt, die wichtigsten Persönlichkeiten der armenischen Gemeinde in Istanbul gefangen zu nehmen und in spezielle Lager in Anatolien zu deportieren. Unter den Verschleppten waren Künstler, Intellektuelle, Politiker und Geistliche. Kurz darauf wurden die Deportationen gesetzlich legitimiert. Bereits 1987 stufte das Europaparlament die Deportationen und die Ermordung von 1,5 Millionen Armenier als "Völkermord" ein und forderte die Regierung in Ankara auf, dies ebenfalls anzuerkennen. Zahlreiche Regierungen folgten. Vor wenigen Tagen bezeichnete Papst Franziskus die Morde ebenfalls als Genozid. Für diese offenen Worte hat er sich die scharfe Kritik der türkischen Regierung zugezogen. Worum aber geht es in diesem dunklen Kapitel in der Geschichte des türkischen Staates, der damals noch Osmanisches Reich hieß? Ende des 19. Jahrhunderts lebten in dem Vorläuferstaat der heutigen Türkei etwa 2,5 Millionen Armenier. Die osmanische Regierung sah in der christlichen Minderheit innere Feinde und zweifelte im 1. Weltkrieg an deren Loyalität im Kampf gegen das christliche Russland. Daher begann am 24. April 1915 die systematische Vertreibung und Vernichtung der Armenier. Nach unterschiedlichen Schätzungen kamen bei den Deportationen 1915/1916 zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Viele Armenier wurden gezwungen, zum Islam überzutreten. Die Türkei, wo nur noch eine armenische Minderheit lebt, bestreitet einen Völkermord vehement. Die fast hundert Jahre zurückliegenden "tragischen Ereignisse" seien etwas für Historiker, heißt es offiziell. Die Armenier hätten sich ihrerseits in einem Bürgerkrieg erhoben und das Osmanische Reich nur reagiert. Die hohen Todeszahlen seien durch die Wirren des Krieges, Hunger und Witterung zu erklären, so eine verbreitete Darstellung. Die Reaktionen der derzeitigen totalitären türkischen Regierung unter Präsident Erdogan sind typisch für Länder, die sich ganz bewusst von demokratischen und damit transparenten Strukturen verabschieden und die dunkle Flecken in ihrer eigenen Vergangenheit ausblenden oder verharmlosen. Deutschland muss mit der eigenen Vergangenheit und der Schuld am Genozid am jüdischen Volk während der NS-Diktatur leben. Dies ist ein schweres Erbe. Aber der offene Umgang damit bewahrt uns davor, die schreckliche Schuld der Vergangenheit zu wiederholen. Der Türkei ist ein solch angemessener Umgang mit der eigenen Geschichte zu wünschen. mehr

Rom

Fragen zur Bischofssynode sind meist zu sperrig

Katholiken tragen kein leichtes Kreuz. Sie sollen sich unentwegt für Jesus Christus begeistern. Nicht einfacher wird es, wenn der Vatikan die Diskrepanz zwischen Dogma und katholischer Lebensrealität schriftlich haben will, und das auch noch mehrfach. Zum zweiten Mal waren nun Katholiken in aller Welt aufgefordert, im Hinblick auf die Bischofssynode zum Thema Familie einen Fragebogen zu beantworten. Die Frist zur Einsendung der Antworten nach Rom ist gestern abgelaufen. Die von den Bischofskonferenzen zusammengefassten Texte sollen mit dem Abschlussdokument der vergangenen Versammlung die Arbeitsgrundlage der kommenden Synode bilden. mehr

Thema

Papst Franziskus

Papst Franziskus wurde am 17. Dezember 1936 als Jorge Mario Bergoglio in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires geboren. 1958 trat er dem Jesuiten-Orden bei. 1998 wurde er zum Erzbischof seiner Geburtsstadt. Am 13. März 2013 wurde Bergoglio zum Nachfolger von Papst Benedikt XVI. gewählt, welcher aus Altersgründen auf sein Amt verzichtet hatte. Er gab sich den Namen von Franziskus von Assisi. Papst Franziskus ist der erste südamerikanische Papst und der erste Jesuit im Amt.