Pat McQuaid
Paris

Weltverband schützte Armstrong und Contador

Eine unabhängige Kommission hat dem Radsport-Weltverband UCI vorgeworfen, Lance Armstrong trotz zunehmender Anzeichen für ein Dopingvergehen geschützt zu haben. Der Bericht belastet die ehemaligen UCI-Präsidenten Hein Verbruggen und Pat McQuaid. "Für die UCI war Lance Armstrong die perfekte Wahl, um die Renaissance des Sports nach dem Festina-Skandal anzuführen: Die Tatsache, dass Armstrong Amerikaner ist, eröffnete dem Sport einen neuen Kontinent." Zudem habe Armstrong den Krebs besiegt, und "die Medien haben aus ihm einen Weltstar gemacht". mehr

Britischer Radprofi

David Millar beendet Karriere Ende 2014

Der in den vergangenen Jahren als Anti-Doping-Aktivist hervorgetretene Radprofi David Millar will seine Karriere zum Ende des kommenden Jahres beenden. Das bestätigte der 36 Jahre alte Schotte dem niederländischen Radsport-Magazin "Wieler Revue". Er brauche den Radsport "nicht mehr so wie früher", begründete Millar seinen Schritt. Der Zeitfahr-Spezialist gewann Etappen in allen großen Länder-Rundfahrten. 2004 war er von der Polizei in Frankreich des Dopings mit EPO überführt worden. Nach dem Ablauf seiner zweijährigen Sperre wandelte er sich zu einem glaubwürdigen Kämpfer gegen Manipulation. Er erhob oft seine Stimme, zuletzt auch gegen den umstrittenen Ex-Präsidenten des Weltverbandes UCI, Pat McQuaid, wegen dessen Fehler im Anti-Doping-Kampf. Im Vorjahr veröffentlichte Millar das Buch mit dem doppeldeutigen Titel "Vollblutrennfahrer", in dem er seinen Werdegang vom Doper zum sauberen Fahrer und Mahner beschreibt. mehr

Radsport-Weltverband

McQuaid darf hoffen: UCI plant Statutenänderung

Der Radsport-Weltverband UCI könnte mit einer kurzfristigen Statutenänderung seinen umstrittenen Präsidenten Pat McQuaid vor der Abwahl bewahren und ihm zu einer dritten Amtszeit verhelfen. Wie die UCI mitteilte, prüfe man eine entsprechende Idee des Verbandes aus Malaysia. Dieser hatte vorgeschlagen, dass unabhängig von der Entscheidung des Heimatlandes des jeweiligen Kandidaten grundsätzlich die Zustimmung zweier Verbände für eine Nominierung ausreichen könnte. Nach McQuaids fragwürdiger Haltung im Doping-Skandal um Lance Armstrong verweigert der irische Verband bislang seine Unterstützung und steht einer Wiederwahl des Amtsinhabers auf dem UCI-Kongress am 27. September damit noch im Weg. Der 63 Jahre alte McQuaid besitzt allerdings auch in der Schweiz eine Lizenz und hat sich vom Verband der Eidgenossen aufstellen lassen. Ob dieses Vorgehen zulässig ist, wird derzeit noch geprüft. mehr

Rolle rückwärts von McQuaid

Keine Aberkennung von Pantanis Sieg

Präsident Pat McQuaid vom Radsport-Weltverband hat eine erneute Umschreibung der Siegerlisten der Tour de France ausgeschlossen. In einem Brief an die Eltern des 2004 gestorbenen Marco Pantani versicherte der UCI-Chef, dass keine Grundlage für rechtliche Schritt vorliege, auch wenn der Bericht der Anti-Doping-Kommission des französischen Senats den Namen des Toursiegers von 1998 beinhalten sollte. Damit vollzog McQuaid eine Rolle rückwärts. Anfang des Monats hatte sich McQuaid noch anders geäußert. Sollte der Bericht belegen, dass Pantani bei seinem Sieg 1998 mit EPO gedopt habe, wäre eine Aberkennung seines Sieges möglich. "Das würden wir in Betracht ziehen, ja", hatte McQuaid der Sporttageszeitung "L'Equipe" gesagt. mehr