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Verurteilter Massenmörder: Charles Manson ist tot
Ralf Wohlleben
München

NSU-Helfer soll "Chef-Unterstützer" gewesen sein

Kurz vor der wohl letzten Sommerpause im NSU-Prozess hat die Bundesanwaltschaft die Anklagevorwürfe gegen den mutmaßlichen Waffenbeschaffer Ralf Wohlleben untermauert. Wohlleben sei der "Chef-Unterstützer" der mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe gewesen, sagte Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten gestern am Münchner Oberlandesgericht. Wohlleben und der Angeklagte Carsten S. müssen sich wegen Beihilfe zum Mord verantworten. Sie haben nach Überzeugung der Anklage die Waffe vom Typ "Ceska" beschafft, mit der der "Nationalsozialistische Untergrund" neun Menschen ausländischer Herkunft ermordet haben soll. Gestern war der fünfte Tag des Plädoyers und der letzte Sitzungstag vor der Sommerpause. Fortgesetzt wird der Schlussvortrag der Anklage am 31. August. mehr

Stichwort

Schlachthaus

Kaum hatte des Plädoyer des Generalbundesanwalts im NSU-Prozess gestern begonnen, geriet es ins Stocken. Der Mitangeklagte Ralf Wohlleben hatte sich beschwert, er komme beim Mitschreiben nicht hinterher, zudem herrsche in der Zelle im Gerichtssaal "Schlachthausatmosphäre". Unklar ist, mit welcher Expertise Wohlleben diesen Vergleich zog - als Fachinformatiker dürfte er bislang zumindest aus beruflicher Perspektive kaum Schlachthäuser von innen gesehen haben. Vielleicht war der Vergleich aber auch eine indirekte Kritik: Die Arbeit seines Verteidigers könnte unter aller Sau gewesen sein, vielleicht passte auch das Plädoyer des Bundesstaatsanwalts auf keine Kuhhaut. Was auch immer Wohlleben meinte, eines ist immerhin sicher: Zur Schlachtbank wird er nicht geführt werden. tsp mehr