WADA
Düsseldorf

Dopingfälle erhöhen Druck auf IOC und WADA

Fassunglosigkeit, Vertuschungsvorwürfe und die klare Forderung nach Wiederaufnahme der Untersuchungen: IOC und Wada geraten wegen der nicht weiter verfolgten Dopingfälle bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking stark unter Druck. Vor allem rief Kopfschütteln hervor, dass erst die Enthüllungen der ARD-Dopingredaktion zu einem erschütternden Eingeständnis der Institutionen führten: Das Fallenlassen von Verfahren bei Clenbuterol-Verdachtsfällen ist seit Jahren gängige Praxis. mehr

ARD

Mehrere Clenbuterol-Fälle bei Olympia 2008 – keine Sanktionen

Bei Jamaikas Sprintern um Superstar Usain Bolt hat es bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking in mehreren Dopingproben Auffälligkeiten gegeben. Wie die ARD-Dopingredaktion am Sonntag berichtete, wurde bei Nachtests der Spiele das Dopingmittel Clenbuterol in geringen Mengen nachgewiesen. Sanktionen gab es jedoch nicht, weil offenbar die festgestellten Werte mit dem Verzehr von kontaminiertem Fleisch erklärt werden konnten. Um welche Sportler genau es sich handelt, ist unklar. "Mir ist bekannt, dass es jamaikanische Fälle mit sehr geringen Clenbuterol-Mengen gibt", sagte Olivier Niggli, Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA): "Wenn die gefundenen Mengen verhältnismäßig niedrig sind im Vergleich zu einer direkten Einnahme der Substanz, dann ist es von der WADA akzeptiert, dass solche Fälle nicht gemeldet werden. Natürlich ist das nicht schön. Wenn man dopt, ein Betrüger ist, ist das eine perfekte Ausrede, sofern man erwischt wird. Aber so ist es eben." mehr

Dopingskandal

Führungswechsel in russischer Anti-Doping-Agentur Rusada

In der umstrittenen russischen Anti-Doping-Agentur Rusada ist erneut die Führung ausgetauscht worden. Chefbuchhalterin Tatjana Tschirkina sei zur neuen kommissarischen Generaldirektorin ernannt worden, berichteten russische Medien am Montag in Moskau. Die bisherige Leiterin Anna Anzeliowitsch habe ihren Posten bereits am 7. März geräumt. Wegen des Doping-Skandals im russischen Sport erkennt die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada Tests der Rusada derzeit nicht an, Russland bemüht sich um eine Wiederzulassung der Agentur. Anzeliowitsch hatte 2015 übergangsweise die Leitung der Rusada übernommen. Ex-Sportminister Witali Mutko dementierte, dass ihr Rückzug im Zusammenhang mit einem Interview in der "New York Times" von Ende 2016 stehe. Anzeliowitsch war darin mit einem Eingeständnis zitiert worden, es habe im russischen Sport beim Doping eine "institutionelle Verschwörung" gegeben. Mit den gleichen Worten hatte der Wada-Sonderermittler Richard McLaren seinen Vorwurf des Staatsdopings in Russland formuliert. Anzeliowitsch sagte, ihre Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. mehr

Doping

CAS sperrt russischen Sportmediziner Portugalow lebenslang

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat Sergej Portugalow, das angebliche Mastermind des Dopingprogramms in der russischen Leichtathletik, lebenslang gesperrt. Das teilte der russische Leichtathletik-Verband RUSADA mit. Der CAS hat den Vorgang noch nicht offiziell bestätigt. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte im Jahr 2015 empfohlen, Portugalow an keinem staatlichen Sportprogramm mehr zu beteiligen. Der Chef von Russlands medizinischer Leichtathletik-Kommission soll für die Vertuschung positiver Dopingtests von Athleten Geld gefordert haben. Außerdem gilt Portugalow als Chef-Verwalter des Dopingprogramms und soll selbst auch verbotene Substanzen injiziert haben. Die russischen Leichtathleten waren im November 2015 von der IAAF wegen Verstößen gegen die internationalen Anti-Doping-Richtlinien für internationale Wettkämpfe gesperrt worden. Staatliche Vertreter hatten zuletzt Doping im russischen Sport zugegeben, die Existenz eines staatlich betriebenen Dopingsystems aber bestritten. mehr

Rusada-Aufsichtsrates

Issinbajewa als Vorsitzende bestätigt

Die zweimalige Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa ist als Vorsitzende des Aufsichtsrates der russischen Anti-Doping-Agentur (Rusada) bestätigt worden. Erstmals wurde die 34-Jährige im Dezember in das Amt gewählt. "Meine wichtigste Aufgabe ist es, das effektivste und stabilste Anti-Doping-System der Welt, das vom weltweiten Anti-Doping-Kampf akzeptiert wird, in Russland zu etablieren", sagte Issinbajewa, die auch der Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) angehört. Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada reagierte indes mit Kritik. "Die Ernennung steht nicht im Einklang mit der von der Wada eingerichteten Roadmap", wird ein Vertreter der Agentur beim Branchendienst insidethegames zitiert. mehr

Russischer Fußball

Fifa wartet auf Listen zu Doping-Fällen

Der Fußball-Weltverband Fifa hat nach eigenen Angaben bislang keine Informationen zu mutmaßlichen Doping-Fällen bei russischen Fußballern erhalten. "Wir können die Anschuldigungen nicht verfolgen, weil wir bislang keine offizielle Liste von Seiten der Wada haben", sagte Fifa-Generalsekretärin Fatma Samoura am Donnerstag der russischen Zeitung "Sport-Ekspress". Der Chefermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), Richard McLaren, hatte Russland Staatsdoping vorgeworfen und von einer "institutionellen Verschwörung" über mehrere Jahre und sportliche Großereignisse hinweg gesprochen. Auch russische Nachwuchsfußballer sollen Medienberichten zufolge involviert gewesen sein. Der Confederations Cup, an dem auch Weltmeister Deutschland teilnimmt, startet in genau 100 Tagen in Russland. Das Turnier dauert vom 17. Juni bis zum 2. Juli, die Spiele werden in St. Petersburg, Moskau, Sotschi und Kasan ausgetragen. Die Veranstaltung gilt als Testlauf ein Jahr vor der Weltmeisterschaft in Russland. mehr

Welt-Anti-Doping-Agentur teilt mit

Spaniens Anti-Doping-System wieder konform

Spaniens Anti-Doping-System entspricht wieder den Standards der Welt-Anti-Doping-Agentur. Dies teilte die Wada am Dienstag mit und strich das Land von der Liste der Mitglieder, die als "non complaint" (nicht konform) eingestuft werden. Dies gilt beispielsweise nach wie vor für Brasilien und Russland. Grundlage für die Entscheidung der Wada war ein entsprechender Gesetzesentwurf der spanischen Regierung, die im Februar "grünes Licht" für die Anpassung der Anti-Doping-Standards an die der Wada gegeben hatte. Die Wada hatte im März 2016 Spaniens Anti-Doping-Agentur AEPSAD für "nicht konform" erklärt. mehr

IOC

Auswertung des McLaren-Berichts braucht mehr Zeit

Die Konsequenzen aus dem McLaren-Bericht zum Doping in Russland und mögliche Bestrafungen von Athleten werden offenbar mehr Zeit in Anspruch nehmen als bisher gedacht. Wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) mitteilte, hätte ein Treffen der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) mit den internationalen Verbänden gezeigt, dass es noch eine Reihe von offenen Fragen gebe. Bei dem Treffen in Lausanne habe die Wada erklärt, "dass in vielen Fällen die vorgelegten Beweise für die erfolgreiche Bearbeitung der Fälle nicht ausreichen", teilte IOC-Generaldirektor Christophe de Kepper mit. "Aus diesen Gründen wird der Prozess noch einige Zeit dauern, aber ich kann versichern, dass wir immer noch entschlossen sind, diese Fälle so schnell wie möglich abzuschließen", sagte de Kepper. mehr