WADA
McLaren-Reports

Anti-Doping-Agenturen fordern unbefristeten Ausschluss Russlands

Die führenden Nationalen Anti-Doping-Agenturen (NADOs), darunter die deutsche NADA, fordern nach den Erkenntnissen des zweiten McLaren-Reports den unbefristeten Ausschluss russischer Sportorganisationen von allen internationalen Sportwettbewerben. Zu diesem Schluss kamen die NADOs am Montag und Dienstag auf ihrem dritten Leaders Summit in Dublin. Außerdem sollen internationale Sportgroßveranstaltungen bis auf Weiteres nicht nach Russland vergeben werden. "Die Sanktionen müssen solange in Kraft bleiben, bis der russische Sport nachvollziehbare und glaubhafte Anti-Doping-Maßnahmen auf der Grundlage des WADA-Codes etabliert hat", sagte die NADA-Vorsitzende Andrea Gotzmann: "Dazu gehört auch ein nachhaltiger Bewusstseinswandel und eine überzeugende Grundhaltung für dopingfreien Sport". Außerdem bekräftigten die NADOs ihre Forderungen nach einer unabhängigen Anti-Doping-Arbeit für die sauberen Sportler. "Die unreflektierte Etablierung einer vom Sport organisierten und kontrollierten Independent Testing Authority kann nicht die Lösung sein", sagte Gotzmann: "Vielmehr muss die umfangreiche Expertise der NADOs und der WADA die zukünftige Anti-Doping-Arbeit noch stärker prägen." Der kanadische Sonderermittler Richard McLaren hatte im Dezember seinen Abschlussbericht vorgelegt. Demnach haben zwischen 2011 und 2015 mehr als 1000 russische Athleten in 30 Sportarten von einem staatlich gelenkten Doping-System profitiert. mehr

Wintersport

Langläufer fordern Treffen mit FIS-Präsident Kasper zu Doping

104 Weltcup-Langläufer aus zehn Nationen haben ein Treffen mit dem Präsidenten des Skiweltverbandes FIS, Gianfranco Kasper, zur Klärung von Dopingfragen gefordert. In einem auf dem Internetportal "xc-ski" veröffentlichten Offenen Brief an IOC-Präsident Thomas Bach und Kasper schlagen sie die Nordischen Skiweltmeisterschaften im Februar in Lahti als Termin vor. Man sei nach dem McLaren-Report betroffen über Kommentare der FIS-Führung über Doping und wolle daher mit ihr über die Zukunft eines sauberen Sports diskutieren. Die unterzeichnenden Athleten, zu denen auch das komplette deutsche Weltcup-Team gehört, verlangen eine stärkere Führung durch die FIS, das IOC und die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, um einen dopingfreien Sport zu ermöglichen. Zu diesem Zweck unterstützen die Langläufer eine stärkere, unabhängige Wada. Für Athleten, die gegen den Wada-Code verstoßen, müsse es schnelle, konsequente und transparente Sanktionen geben. Die Unterzeichner des Briefes kommen aus allen großen Langlauf-Nationen. Zu ihnen gehören Marit Björgen aus Norwegen, Charlotte Kalla aus Schweden, die Amerikanerin Kikkan Randall, Aino Kaisa Saarinen aus Finnland oder Alex Harvey aus Kanada. Nicht unterschrieben haben der Norweger Petter Northug oder Dario Cologna aus der Schweiz. Zudem fehlen alle bekannten russischen Langläufer. Von denen hatte der Weltverband FIS nach dem McLaren-Report sechs suspendiert. Lediglich Julia Iwanowa hat ihre Suspendierung mittlerweile öffentlich gemacht. mehr

Doping-Skandal

Russische Biathlon-Union fordert Fairness

Der russische Biathlon-Verband hat im Skandal um das Staatsdoping gefordert, "die Rechte der russischen Athleten und die Regeln der internationalen Anti-Doping-Organisationen zu respektieren". Nur zugelassene internationale Organisationen wie die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) und die Internationale Biathlon Union (IBU) könnten Informationen über Dopingproben offenlegen und vorläufige Sperren beschließen. Der Biathlon-Weltverband hatte am Donnerstag zwei der 31 im McLaren-Report der Wada genannten russischen Skijäger vorläufig gesperrt. Gegen 29 weitere russische Biathleten wurden formelle Untersuchungen eingeleitet. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte am Freitag Disziplinarverfahren gegen 28 im McLaren-Report genannte russische Wintersportler eingeleitet. Neben den beiden Biathleten wurden auch sechs Olympia-Langläufer vom Skiweltverband FIS vorläufig gesperrt. "Die RBU erwartet eine unverzügliche und gründliche Untersuchung der IBU bezüglich der Informationen aus dem McLaren-Report", schrieb der russische Biathlon-Verband. mehr

Innenminister De Maizière

IOC muss mehr im Anti-Doping-Kampf tun

Die Bundesregierung fordert vom Internationalen Olympischen Komitee nach den jüngsten Enthüllungen im russischen Doping-Skandal entschiedenes Handeln. Dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" sagte der für Sport zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU): "Nun sind klare und harte Konsequenzen erforderlich." Der zweite Teil des McLaren-Berichtes der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada zeige, dass das Ausmaß des Betruges in Russland deutlich erschreckender sei als angenommen. Der kanadische Anwalt Richard McLaren hatte am 9. Dezember den zweiten Teil seiner Ermittlungen im Auftrag der Wada vorgestellt. Demnach gehörten mehr als 1000 russische Sportler zwischen 2011 und 2015 Teil zu einem staatlichen angelegten Dopingsystem. mehr