Warschau
Düsseldorf

Zum 25. Todestag: Brandts Wirken im Spiegel der RP

Willy Brandt war der erste sozialdemokratische Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er stand für ein neues Politikverständnis der Offenheit. Seine Ostpolitik war anfangs umstritten, am Ende Voraussetzung für die Deutsche Einheit. So sind der Kniefall in Warschau und die Freude über die Wiedervereinigung am Brandenburger Tor zwei Ereignisse in seinem Leben, die eng miteinander verbunden sind. Bis zuletzt blieb er seiner Überzeugung treu: "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört." 25 Jahre nach seinem Tod würdigt die Rheinische Post Willy Brandt mit einer Sonderausgabe historischer Zeitungsseiten im Originalformat. Das limitierte, 84-seitige Produkt kostet 12,90 Euro, für RP-Abonnenten 9,90 Euro. Der Versand erfolgt kostenfrei. mehr

Warschau

Neues Bildungssystem in Polen: Chaos bei der Einschulung

Der Schulbeginn in Polen beginnt mit Protest. "Nein zu dem Chaos in unseren Schulen" - unter diesem Motto hatte die "Gewerkschaft der polnischen Lehrer" gestern zu einer Protestaktion vor dem Erziehungsministerium geladen. Grund des Ärgers ist die neue Schulreform, die nun in Kraft tritt und durch die bereits rund 10.000 Lehrer ihren Job verloren haben, 22.000 werden prekär beschäftigt, so die Gewerkschaft. Die größte Umwälzung der Bildungsinitiative der nationalkonservativen Regierung ist die Rückkehr von der dreistufigen Schulform zu einer zweistufigen. Das dreijährige Gymnasium, das zwischen Grundschule und Lyzeum (beste Schule) geschaltet war, soll entfallen. Dafür wurde die Grundschule um zwei Jahre verlängert, das Lyzeum um ein Jahr. Zudem schließt sich die Berufsschule, eine Alternative zum Lyzeum, der Grundschule an. Dort werden wohl auch viele begabte Schüler landen, die eigentlich mit Matura (Abitur) abschließen wollen. Denn in zwei Jahren treffen zwei Jahrgänge, die Abgänger der verlängerten Grundschule und der letzte, der noch bestehenden Gymnasien auf die Lyzeen, die theoretisch über doppelt so viel Kapazitäten verfügen müssten - was jedoch nicht der Fall ist. mehr

Legia Warschau

Uefa als Schwein dagestellt – Geldstrafe und Teilausschluss

Der polnische Meister Legia Warschau muss für die Verunglimpfung der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und weitere Vergehen durch seine Anhänger teuer bezahlen. Die Uefa verurteilte den Klub zu einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro, zudem muss der Fanblock beim nächsten Europacup-Heimspiel geschlossen bleiben. Die Uefa reagierte mit der Strafe auf die Choreographie der Legia-Anhänger vor dem Play-off-Hinspiel zur Europa League am 17. August gegen Sheriff Tiraspol (1:1). Die Uefa wurde dabei als geldgieriges Schwein dargestellt, zudem wurde Pyrotechnik abgebrannt. Der Anlass für die Choreographie war die vorhergehende UEFA-Strafe in Höhe von 35.000 Euro für Legia. Diese Sanktion war verhängt worden, weil die Fans der Polen im Qualifikations-Rückspiel zur Champions League Anfang August gegen den FC Astana (1:0) mit einer martialischen Choreographie an die Verbrechen der deutschen Wehrmacht während der Nazi-Zeit erinnert hatten. Schon in der Vergangenheit wurde Warschau wegen des Fehlverhaltens seiner Fans hart von der Uefa bestraft. Da Legia aus dem laufenden Europacup-Wettbewerb ausgeschieden ist, wird der Zuschauer-Teilausschluss frühestens im nächsten Jahr wirksam. mehr

Volleyball

Polen verliert EM-Auftakt vor Rekordkulisse

Auch eine Rekordkulisse konnte Polen nicht zu einem Auftaktsieg bei der Volleyball-Europameisterschaft tragen. Vor über 65.000 Zuschauern unterlag der Gastgeber im Warschauer Nationalstadion Serbien überraschend deutlich mit 0:3 (22:25, 22:25, 20:25). Die bisherige Bestmarke von 62.000 war bei der WM 2014 an gleicher Stelle entstanden. Im ersten Spiel der Gruppe A hatte sich Estland mit 3:2 gegen Finnland durchgesetzt. Rekord-Titelträger Russland gab sich keine Blöße und schlug Bulgarien in der Gruppe C mit 3:0. Im Abendspiel gewann Vize-Europameister Slowenien mit 3:0 gegen Spanien. Die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) bestreitet ihr erstes Spiel am Freitag (20.30 Uhr, Sport1+) in Stettin gegen den Mitfavoriten Italien. mehr

Gesundheitliche Probleme

EM-Dritte Carolin Weiß verpasst Judo-WM

Der Deutsche Judobund muss bei der anstehenden Weltmeisterschaft in Budapest auf Medaillenkandidatin Carolin Weiß verzichten. Die 24 Jahre alte Schwergewichtlerin und EM-Dritte reist aus gesundheitlichen Gründen nicht zu den Titelkämpfen, wie der DJB am Mittwoch mitteilte. "Bei einer ärztlichen Untersuchung sind zu hohe Entzündungswerte festgestellt worden, außerdem hatte sie in der Vorbereitung mit Rückenbeschwerden zu kämpfen", sagte Sportdirektor Mark Borchert. "Wir wollten daher kein Risiko eingehen." Bei der EM in Warschau im April hatte Weiß noch die Bronze-Medaille erkämpft. Auf eine Nachnominierung verzichtete der DJB, daher reist nun noch ein Team aus 17 Judokas zu den Titelkämpfen nach Ungarn. Als größte Medaillenhoffnung gilt Ex-Europameisterin Martyna Trajdos in der Klasse bis 63 Kilogramm. Auch dem Olympia-Dritten von 2012 Dimitri Peters werden bei seinem letzten großen Turnier Chancen eingeräumt. mehr

Diskus-Meeting in Warschau

Harting bezwingt Dauerrivalen Malachowski

Dem dreimaligen Diskus-Weltmeister Robert Harting ist am Dienstag bei einem Meeting in Warschau eine kleine WM-Revanche geglückt. Der Berliner setzte sich mit im sechsten Versuch erzielten 66,05 m knapp gegen seinen polnischen Dauerrivalen Piotr Malachowski durch, der bei den Weltmeisterschaften in London als Fünfter direkt vor Harting gelegen hatte. "Ich habe wieder Lust", teilte Harting in den sozialen Netzwerken mit, "ich bin super glücklich, dass es geklappt hat. Ich hoffe, dass es hält und ich die letzten drei Wettkämpfe genießen kann." Seinen nächsten Auftritt hat Harting am 27. August beim ISTAF in seiner Heimatstadt Berlin, wo er im kommenden Jahr bei der EM wohl seinen Abschied aus dem Ring nehmen wird. Nicht ganz so gut lief es am Dienstag in der polnischen Hauptstadt über 100 m Hürden für die WM-Dritte Pamela Dutkiewicz. Die Mannheimerin stürzte am dritten Hindernis und wurde später von London-Olympiasieger Harting tröstend in den Arm genommen. mehr