| 23.34 Uhr

Viertelfinale
Unser Star für Oslo: Sharyhan Osman fliegt

Im Viertelfinale war Schluss für Schauspielschülerin Sharyhan Osman aus München im deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest. Mit zwei eigenen Kompositionen konnte sie in der erstmals in der ARD ausgestrahlten Show "Unser Star für Oslo" zwar die Jury für sich gewinnen, das Publikum entschied sich aber gegen die 23-Jährige.

Mit zum Teil herben Kommentaren hoben sich die Jury-Mitglieder Anke Engelke und Sänger Adel Tawil dieses Mal von ihren Vorgängern ab.

Damit haben sich noch vier Kandidaten den Weg ins Halbfinale gesichert. Jury-Präsident Stefan Raab konnte sich trotz der härteren Kritiken in dieser Sendung einen Seitenhieb gegen Dieter Bohlen mit seiner RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" nicht verkneifen. Sinn einer derartigen Sendung könne es nicht sein, jungen Menschen mit bösen Kritiken die Lust an der Musik zu nehmen.

Nervfaktor nicht so hoch wie sonst

Im ersten von zwei Durchläufen dominierten eher die ruhigeren Stücke. Christian Durstewitz aus dem hessischen Altenlotheim etwa präsentierte die spärlich instrumentalisierte Ballade "Ochrasy" von Mando Diao, woraufhin Raab feststellte: "Du hast gezeigt, dass Du auch mit Falsett-Stimme singen kannst", also in einer für Männer hohen Tonlage, wie etwa bei Prince oder Michael Jackson.

Jennifer Braun aus Eltville bei Wiesbaden erntete zwar auch Lob, verbunden allerdings mit geradezu harscher Kritik von Engelke. "Ich fand ja bei der Auswahl Deiner anderen Songs den Nervfaktor relativ hoch", sagte die Komikerin, diesmal allerdings habe sich das in Grenzen gehalten.

Bei Show-Favoritin Lena Meyer-Landrut aus Hannover und ihrer Kate-Nash-Interpretation von "Mouthwash" gab sich Engelke gnädiger: "Dein Körper zeigt etwas anderes als Dein Gesicht. Du bist ein Phänomen." Adel Tawil urteilt kurz und knapp: "Beinahe perfekt."

Bei Woodstock nackt ausgezogen

In der zweiten Runde startete die nun ausgeschiedene Sharyhan Osman mit einer selbst geschriebenen Ballade, die Engelke mit den Worten kommentierte: "Dass Du so ein Stück geschrieben hast, da bauen andere ein ganzes Musical drumherum auf." Auch Kunststudentin Kerstin Freking aus Osnabrück erhielt für "Somedays" von Regine Spektor geradezu euphorisches Lob von Adel Tawil. "Wenn Du das bei Woodstock gesungen hättest, dann hätten sich die Leute nackt ausgezogen."

Die verbliebenen vier Kandidaten treten bereits am kommenden Dienstag zum Halbfinale bei ProSieben, und am 12. März zum Finale in der ARD an. Nach Angaben des NDR wird für die letzte Sendung mit "nationalen und internationalen Produzenten und Songschreibern auf der Suche nach dem optimalen Song für Oslo" zusammengearbeitet. Stefan Raab solle gemeinsam mit der ARD und ProSieben drei Musiktitel auswählen, welche die Finalisten am 12. März den Zuschauern präsentieren. Der Siegerinterpret tritt dann mit dem Siegertitel am 29. Mai für Deutschland in Norwegen an.

Suche nach dem Oslo-Teilnehmer kommt gut an. 3,02 Millionen Zuschauer schalteteten insgesamt das Viertelfinale ein und brachten dem Ersten damit einen Marktanteil von 9,8 Prozent. 1,55 Millionen Zuschauer aus der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen (13 Prozent) folgten dem Raab ins Öffentlich-Rechtliche.

(apd/csr)
 
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