| 19.12 Uhr

Medienbericht
TÜV und Co. könnten Zulassung verlieren

Akkreditierung von Kfz-Prüforganisationen ausgesetzt
Hat der TÜV die Arbeit mit Messgeräten nicht richtig dokumentiert? FOTO: dpa, obe
Hamburg. Die Deutsche Akkreditierungsstelle mit Sitz in Berlin bemängelt laut "Spiegel" die Hauptuntersuchungen von TÜV, Dekra, GTÜ und allen anderen Prüforganisationen. 

Die Stelle "teilt mit, dass sie mit Datum vom 10.12.2015 für alle amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen die Akkreditierung ausgesetzt hat", zitierte der "Spiegel" am Mittwoch aus einem internen Dokument. Hintergrund der Entscheidung seien Vorwürfe, die Prüfer hätten ihre Arbeit mit Messgeräten nicht ordnungsgemäß dokumentiert. Die betroffenen Prüfgesellschaften erhielten demnach in den vergangenen Wochen entsprechende Bescheide.

System der Hauptuntersuchungen in Gefahr 

Die Entscheidung der Akkreditierungsstelle bringe das gesamte System der Hauptuntersuchungen in Gefahr, schrieb der "Spiegel". Sobald die Bescheide Bestandskraft haben, seien die zuständigen Behörden der Länder "gezwungen", den Prüfern die Anerkennung zu entziehen, heißt es in dem Kurzprotokoll eines Arbeitskreistreffens von Vertretern der Stelle und der Verkehrsministerien von Bund und Ländern. "Ein Widerruf der amtlichen Anerkennung für alle in Deutschland anerkannten Überwachungsorganisationen würde das System der Hauptuntersuchung in Deutschland zusammenbrechen lassen", zitierte der "Spiegel" aus dem Papier.

Im Sommer hatte der Chef der Akkreditierungsstelle, Norbert Barz, dem Bericht zufolge zahlreiche Verkehrsminister der Länder in einem Brief auf die Probleme hingewiesen. Unter dem Betreff "Keine zuverlässigen Hauptuntersuchungen gewährleistet" habe er mitgeteilt, Besuche bei den Prüfdiensten hätten ergeben, dass "in erheblichem Umfang" Messgeräte eingesetzt würden, die nicht nach den "einschlägigen Anforderungen" und dem "Stand der Technik kalibriert sind".

Die betroffenen Prüfgesellschaften wiesen dies später zurück. Der Vorwurf, die Zuverlässigkeit der Hauptuntersuchung sei nicht mehr gewährleistet, entbehre "jeglicher Grundlage", zitierte der "Spiegel" aus einer gemeinsamen Erklärung. Alle Messgeräte seien ordnungsgemäß "kalibriert, geeicht oder stückgeprüft".

 

 

(AFP)
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