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Bayer Leverkusen
Das Warten auf den platzenden Knoten

Fotos: Kevin Volland – von 1860 München über Hoffenheim zu Bayer 04
Fotos: Kevin Volland – von 1860 München über Hoffenheim zu Bayer 04 FOTO: Bayer 04 Leverkusen
Leverkusen. Kevin Volland wechselte von Hoffenheim nach Leverkusen, um sich sportlich weiterzuentwickeln. Im bisherigen Saisonverlauf ist der Rekordtransfer ist (noch) keine prägende Figur. Von Dorian Audersch

Als Kevin Volland erstmals den Weg von der Kabine in der BayArena zum Trainingsplatz antrat, wurde er herzlich empfangen. Bei den wartenden Fans war er der gefragteste Mann für Selfies und Autogramme. Es wurden viele Hände geschüttelt, Schultern geklopft und Nettigkeiten ausgetauscht. Der 24-Jährige gilt als Wunschspieler von Trainer Roger Schmidt. Seit geraumer Zeit schon bestanden ein gegenseitiges Interesse und reger Kontakt zwischen Verein und Spieler. Dann endlich klappte der Transfer. 20 Millionen Euro Ablöse überwies Bayer 04 an Hoffenheim für den Nationalspieler – der Rekordtransfer.

"Ich habe mich hier von der ersten Sekunde an wohlgefühlt", sagte Volland damals. Druck verspüre er angesichts der Ablösesumme nicht: "Ich bleibe ganz locker. Ob ich 50 oder eine Million koste, ändert nichts an meiner Spielweise."

Ihm gehe es darum, in seiner Karriere "den logischen nächsten Schritt" zu machen. Bayer 04 sei dafür mit Blick auf die Champions League und die kontinuierlichen Platzierungen im oberen Drittel der Tabelle genau die richtige Adresse.

Volland hat sich von seinem Wechsel nach Leverkusen eine Menge versprochen, aber noch ist er beim Werksklub nicht richtig angekommen. Seinen Start in die Saison hatte er sich sicher anders vorgestellt. Die Vorbereitung verlief indes vielversprechend. Fünf Tore erzielte Volland in den Testspielen. Doch nach inzwischen sechs Pflichtspielen für seinen neuen Arbeitgeber wartet der 24-Jährige immer noch auf seinen ersten Treffer im neuen Trikot.

"Der Knoten wird bei ihm schon noch platzen", sagt Bayer-Sportchef Rudi Völler "Mit seiner Schnelligkeit, Wucht und Torgefährlichkeit wird er unsere Offensive noch einmal aufwerten", urteilte der ehemalige Weltklassestürmer Völler im Zuge der Verpflichtung. Mehr als eine Torvorlange konnte der Nationalspieler, der auch für die Spiele gegen Tschechien (heute, 20.45 Uhr) und Nordirland (Dienstag, 20.45 Uhr) nominiert ist, bisher aber nicht beisteuern.

Volland wartet nach einer guten Vorbereitung auf den Durchbruch in Leverkusen. "Bayer 04 ist für mich der ideale Verein, um meine Entwicklung voranzutreiben und mich auf internationaler Ebene zu präsentieren", sagte der gebürtige Allgäuer

Beim enttäuschenden 2:2 gegen ZSKA Moskau zum Start der Königsklasse konnte sich Volland aber nur 39 Minuten präsentieren. Beim 3:2-Sieg in Mainz kam er lediglich in der letzten halben Stunde zum Einsatz. Gegen Dortmund eingewechselt, zeigte er sich formverbessert und leitete das 2:0 ein.

Der Hobby-Gitarrist läuft bei Bayer im Moment der Musik dennoch ein bisschen hinterher. Gefühlt ist er noch nicht die erhoffte Verstärkung. Keine Frage: Der Mittelhandbruch, den er sich im Länderspiel gegen Finnland zugezogen hatte, warf ihn im internen Konkurrenzkampf zurück - und hemmte ihn auch sichtlich auf dem Platz. Er selbst sieht für sich entsprechend noch Luft nach oben, stellt aber den Erfolg des Teams in den Vordergrund: "Konkurrenz belebt das Geschäft. Davon werden wir alle profitieren."

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