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Düsseldorf
100 Millionen Euro Verlust bei WestLB-Nachfolgerin Portigon

Düsseldorf. Ein Unternehmen das kein Neugeschäft mehr betreibt, sondern mit der Abarbeitung von Altlasten beschäftigt ist, kann kaum Gewinn machen. Insofern gehören rote Zahlen für die WestLB-Nachfolgegesellschaft Portigon zur Routine. Knapp 100 Millionen Euro beträgt nach Steuern der Fehlbetrag für das vergangene Jahr, rund 137 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Zu verdanken hat Portigon die Verbesserung der Auflösung von Steuerrückstellungen im Ausland. Das wird sich 2016 so nicht wiederholen. Das Unternehmen erwartet für das laufende Jahr ein Minus "im niedrigen dreistelligen Millionenbetrag". Präziser wird es nicht.

Beim geplanten Stellenabbau kommt Portigon zügig voran. Allein dank der Übernahme der Dienstleistungstochter Portigon Financial Services (PFS) durch die Abwicklungsbank EAA verringert sich der Personalbestand um mehr als 500 Mitarbeiter. Zieht man die ab, zählte Portigon Ende des vergangenen Jahres noch 451 Beschäftigte, was 436 Vollzeitstellen entspricht. Ende 2017 sollen noch etwa 140 Mitarbeiter an Bord sein. Geplant ist, schon bis zum 30. April dieses Jahres die Belegschaft auf 250 Beschäftigte zu verkleinern, die noch kein Angebot zum Ausscheiden erhalten haben.

Wie lange die Gesellschaft noch weiterarbeitet, bleibt vorerst offen. Der noch amtierende Vorstandsvorsitzende Hubert Beckmann, der nach dem Abgang von Kai Wilhelm Franzmeyer im vergangenen Jahr als Interimslösung eingesprungen war, zum Monatsende planmäßig wieder geht und durch seinen derzeitigen Vorstandskollegen Peter Stemper abgelöst wird, erklärte gegenüber unserer Redaktion, dass Portigon noch einige Jahre Arbeiten zu erledigen habe. Möglicherweise gilt auch hier der Zeitpunkt "2020 plus x", den EAA-Vorstandschef Matthias Wargers am Montag für das Ende der sogenannten "Bad Bank" in Aussicht gestellt hatte.

(gw)
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