Deutschland: 100.000 Zigarettenautomaten müssen weg
zuletzt aktualisiert: 11.04.2006 - 06:55Berlin (rpo). Raucher haben es demnächst schwerer, an ihre Glimmstängel zu kommen. Wegen der neuen Jugenschutzbestimmungen müssen bis Jahresende 100.000 Zigarettenautomaten abgebaut werden. Derzeit sind etwa 600.000 Geräte in Deutschland montiert. Zudem funktioniert der Kauf dann nur noch per Geldkarte, auf der das Alter gespeichert ist. Der Automatenumbau kostet 300 Millionen Euro.
Das berichtet die Tageszeitung "Die Welt". Hintergrund sind neue Jugendschutzbestimmungen, die ab 2007 gelten. Wer jünger als 16 Jahre ist, darf von 2007 an keine Tabakwaren mehr kaufen. Raucher müssen sich dann an Automaten mit der so genannten Geldkarte ausweisen, auf der das Alter des Inhabers gespeichert ist. Es wird nicht mehr möglich sein, ohne Geldkarte an einem Automaten Zigaretten zu kaufen.
Der Einbau entsprechender Lesegeräte in die Automaten kostet nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller (BDTA) insgesamt 300 Millionen Euro. "Das lohnt sich nicht für alle Standorte", sagte BDTA-Hauptgeschäftsführer Peter Lind dem Blatt.
Weil der Geldkartenchip bislang nur auf rund 70 Prozent aller EC- und Kundenkarten vorhanden sei, befürchte der BDTA zudem Umsatzeinbußen. Das Minus könne unmittelbar nach der technischen Umstellung bis zu 30 Prozent betragen, sagte Lind. 2002 gab es in Deutschland noch 820.700 Zigarettenautomaten.
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