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Düsseldorf
29.000 Metaller treten in den Warnstreik

Düsseldorf. Bei Deutschlands größter Gewerkschaft, der IG Metall, stehen gerade alle Zeichen auf Konflikt. Bundesweit rief sie gestern ihre Mitglieder in der Metall- und Elektroindustrie dazu auf, die Arbeit niederzulegen. Nach Angaben der Gewerkschaftszentrale in Frankfurt beteiligten sich rund 29.000 Mitglieder an den Ausständen, rund 6800 davon in NRW. Die größten Kundgebungen gab es in Bocholt und Siegen.

NRW-Bezirksleiter Knut Giesler rief die Arbeitgeber dazu auf, ihr Angebot deutlich nachzubessern. Diese hatten zuletzt eine Verbesserung der Löhne in zwei Stufen um 2,1 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent angeboten. Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent.

Zeitgleich zu den Verhandlungen für die 3,8 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie verhandelt die Gewerkschaft einen neuen Haustarifvertrag bei Volkswagen. Dort brach die Arbeitnehmerseite die Verhandlungen nach nur einer Stunde ab. Grund war der Ärger über das weiter fehlende Angebot der Arbeitgeberseite. "Volkswagen hat nichts auf den Tisch gelegt, und wir sind stinksauer", sagte Verhandlungsführer Hartmut Meine in Hannover. Er warf VW vor, sich hinter den Metall-Gesprächen zu verstecken. Der VW-Haustarif gilt für 120.000 Beschäftigte. VW-Verhandlungsführer Martin Rosik sagte: "Wir hatten heute sicherlich eine etwas emotionalere Runde." Die Arbeitgeberseite mühe sich darum, Sachfragen in den Vordergrund zu stellen. Erst wenn eine Einigung bei den Themen Altersteilzeit und der Wandel von Aufgaben erreicht sei, könne über mehr Geld gesprochen werden.

Meine kündigte für Dienstagmorgen eine außerordentliche Sitzung der großen Tarifkommission an. "Dort werden wir die aktuelle Lage debattieren und dann zu entsprechenden Maßnahmen schreiten." Für den VW-Haustarif gilt eine Friedenspflicht bis Ende Mai.

(maxi/dpa)
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