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Düsseldorf
80 Kaiser's-Filialen in NRW stehen vor dem Aus

80 Kaiser's-Tengelmann-Filialen in NRW stehen vor dem Aus
FOTO: Ferl
Düsseldorf. Freitag stellt Tengelmann-Chef Haub dem Aufsichtsrat seine Pläne vor. In der Region könnten 25 weitere Geschäfte betroffen sein.

Der Plan für die Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann nimmt Konturen an. Dutzende Filialen stehen zur Schließung an, Tausende werden ihren Job verlieren, schreibt die "Bild am Sonntag". Vor allem werde es NRW hart treffen: 3000 der 4000 Mitarbeiter dort müssten wohl gehen, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Beraten wird der Plan am kommenden Freitag vom Aufsichtsrat.

Die Hoffnungen ruhen nun auf einem Krisengipfel mit allen Beteiligten des Übernahme-Dramas um die traditionsreiche Handelskette. Neben den Vertretern Tengelmanns sollen Edeka, der Konkurrent Rewe und die Gewerkschaft Verdi mit am Tisch sitzen. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, Rewe-Chef Alain Caparros habe per Brief an die Tengelmann-Eigentümer seine Gesprächsbereitschaft betont. Der genaue Termin und der Ort des Spitzentreffens sind noch unbekannt.

Grund für die Misere ist die festgefahrene Fusion von Kaiser's Tengelmann mit dem Marktführer Edeka. Der Zusammenschluss liegt derzeit auf Eis und wird vor Gericht geklärt. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte mit einer Ministererlaubnis den Weg für die vom Kartellamt untersagte Fusion wieder frei gemacht. Das Oberlandesgericht Düsseldorf kassierte diese Erlaubnis wieder, nachdem Wettbewerber wie Rewe dagegen vorgegangen waren. Edeka und Gabriel sind anschließend vor den Bundesgerichtshof gezogen. Der will Mitte November entscheiden.

Ob Tengelmann so lange warten kann, ist offen. Die Geschäftsführer der angeschlagenen Gruppe rechnen allein in diesem Jahr mit Verlusten von rund 90 Millionen Euro, wie aus einem Brief des Managements an Eigentümer Karl-Erivan Haub vom 6. September hervorgeht. "Es bedarf keiner dezidierten Planung, dass sich dieses Ergebnis im kommenden Geschäftsjahr weiter deutlich verschlechtern wird", heißt es unter anderem darin.

Dem Bericht zufolge kommen zu den 34 NRW-Filialen, deren Ende bereits besiegelt ist, 46 weitere hinzu, die eigentlich Edeka hätte übernehmen wollen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erklärte auf Anfrage, man beteilige sich nicht an Spekulationen.

(dpa)
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