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3,2 Prozent über 2 Jahre: Abschluss bei Druck-Tarifen

zuletzt aktualisiert: 26.06.2003 - 06:35

Frankfurt/Main (rpo). Der Tarifkonflikt in der Druckindustrie ist beigelegt. Gewerkschaft und Arbeitgeber erzielten einen Abschluss für die rund 220 000 Beschäftigten.

Der Abschluss sieht im einzelnen vor, dass die Löhne und Gehälter der 220.000 Beschäftigten nach den drei Nullmonaten von April, Mai, Juni am 1. Juli 2003 zunächst um 1,5 Prozent und ab dem 1. Juni 2004 nochmals um 1,7 Prozent erhöht werden. Der Tarifvertrag gilt bis zum 31. März 2005. Zudem wird der Tarifvertrag zur Altersteilzeit, der im Juni 2004 hätte enden sollen, um drei Jahre verlängert.

Ver.di-Sprecher Frank Steibli sagte, die Gewerkschaft habe hinsichtlich der Lohn- und Gehalterhöhung "bittere Pillen" schlucken müssen. Man habe aber zugestimmt, "weil angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage die Ängste vor Arbeitsplatzverlust in einigen Betrieben enorm sind".

Zugleich wertete es der ver-di-Sprecher als großen Erfolg, dass der Manteltarifvertrag habe erhalten werden können. Dies sichere vorerst soziale Errungenschaften wie Zuschläge und Urlaubsansprüche. Hier sei nun knapp zwei Jahre "Ruhe an der Front". Auch die Fortdauer des Altersteilzeitvertrages sei ein wichtiger Beitrag zur Beschäftigungssicherung. Hiervon profitieren laut Steibli vor allem ältere Schichtarbeiter.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Wolfgang Pütz, sprach von einem insgesamt vertretbaren Ergebnis, "auch wenn sich die Druckindustrie einen niedrigeren Abschluss gewünscht hätte". Wichtig sei aber, dass die zweijährige Laufzeit des Tarifvertrages den Unternehmen die notwendige Planungssicherheit gebe. Die im Verhältnis zu anderen Wirtschaftsbereichen relativ maßvollen Lohnsteigerungen entsprächen dem engen Spielraum der Branche.

Auch Pütz hob positiv hervor, das der Manteltarifvertrag unangetastet geblieben sei und fügte hinzu: "Der Abschluss kann somit für beide Seiten als gelungener Kompromiss angesehen werden."

Ver.di hatte im März zunächst drei Prozent Entgeltanhebung für zwölf Monate und zuletzt 1,9 Prozent mehr Geld ab Juli 2003 und weitere 2,1 Prozent ab Juli 2004 verlangt. Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) war am Mittwoch mit einem Angebot von 1,4 Prozent mehr Lohn und Gehalt ab Juni sowie weiteren 1,4 Prozent ab Mai 2004 in die sechste und schließlich letzte Verhandlungsrunde gegangen.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hatte die Gewerkschaft seit Dienstag in bundesweit 70 Betrieben Warnstreiks organisiert, von denen vor allem Tageszeitungen betroffen waren.


 
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