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Herzogenaurach
Adidas beendet Sponsoring für Leichtathletik

Herzogenaurach. Den Leichtathletik-Weltverband erschüttern Doping- und Korruptionsvorwürfe. Nun wendet sich der erste Sponsor ab.

Der Sportartikelhersteller Adidas beendet laut einem Medienbericht seine Zusammenarbeit mit dem Leichtathletik-Weltverband IAAF. Wie der britische Sender BBC gestern berichtete, habe das Unternehmen aus dem bayerischen Herzogenaurach den Verband darüber informiert, vorzeitig aus dem eigentlich noch vier Jahre laufenden Sponsoringvertrag aussteigen zu wollen. Damit ziehe Adidas die Konsequenzen aus dem die Leichtathletik derzeit erschütternden Doping- und Korruptionsskandal, meldete die BBC.

Bei Adidas hieß es lediglich, man sei "in engem Kontakt mit der IAAF, um mehr über den Reformprozess der IAAF zu erfahren. Adidas ist gegen Doping in jeglicher Form".

Ein Ausstieg eines so großen Sponsors wie Adidas, der sich seit vielen Jahrzehnten der Leichtathletik verschrieben hat und auch im Laufbereich große Marktanteile erzielt, würde die IAAF tief treffen. Der Vertrag hat laut BBC ein Volumen von umgerechnet 7,4 Millionen Euro jährlich, Adidas sei der größte IAAF-Sponsor. Neben Adidas hat der Weltverband noch sechs weitere große Partner, darunter unter anderem den Kamerahersteller Canon und den japanischen Autokonzern Toyota. Unklar ist, wie sie auf einen möglichen Rückzug von Adidas reagieren würden.

Neue Förderer zu akquirieren dürfte in der jetzigen Situation jedenfalls extrem schwer sein, da der Weltverband und sein Ex-Präsident Lamine Diack seit Wochen in den Schlagzeilen stehen. Zuletzt war bekanntgeworden, dass Diack unter anderem gegen Geldzahlungen Dopingfälle vertuscht und Athleten erpresst haben soll. Die französische Justiz hat gegen ihn wegen des Verdachts der Geldwäsche und Bestechlichkeit Anklage erhoben. Außerdem wird auch gegen seinen Sohn ermittelt. Beide weisen die Vorwürfe zurück. Zuvor hatte eine ARD-Dokumentation systematisches Doping in Russland aufgedeckt. Die russischen Leichtathleten sind deshalb derzeit von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ausgeschlossen.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) arbeitet seit 2005 mit dem amerikanischen Konkurrenten Nike zusammen. Erst im vergangenen Jahr wurde der Vertrag bis 2028 verlängert: für den DLV eine enorme wirtschaftliche Sicherheit.

(dpa/rtr)
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