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Tierschützerproteste auf der Hauptversammlung: Adidas: Haben Potenzial zum Weltmarktführer

zuletzt aktualisiert: 08.05.2003 - 13:09

Fürth (rpo). Sportartikelkonzern adidas peilt an, mittelfristig die Nummer eins auf der Welt zu werden. Das Potentzial sei vorhanden, sagte der Vorstandschef am Donnerstag auf der Hauptversammlung, die von Protesten von Tierschützern begleitet wurde. 

Im Wettlauf mit Weltmarktführer Nike will der Sportartikelkonzern adidas trotz schwächelnden US-Geschäfts mittelfristig die Nase vorn haben. "Wir haben das Potenzial, die Nummer eins zu sein", sagte Vorstandschef Herbert Hainer auf der Hauptversammlung der adidas-Salomon AG am Donnerstag in Fürth. "Adidas ist heute ein besseres, schlankeres und fitteres Unternehmen als je zuvor."

In Nordamerika gingen die Auftragseingänge im ersten Quartal 2003 allerdings um 22 Prozent zurück. Hainer kündigte verstärkte Werbeaktivitäten und die Einführung neuer billigerer Schuhmodelle zu Preisen von 60 bis 80 Dollar an. Ungeachtet der Kaufzurückhaltung halte man an den Zielen in Nordamerika fest. Der Marktanteil bei Sportschuhen soll in den nächsten Jahren auf 20 Prozent (derzeit 11-12 Prozent) ausgebaut werden.

Ziel sei es, in allen Märkten und Produktkategorien, in denen adidas vertreten ist, die Nummer eins oder mindestens eine starke Nummer zwei zu sein. "Wir führen im Fußball und im Wintersport, wir attackieren in Basketball und Golf, wir kommen im Running und in den Sport Lifestyle inspirierten Segmenten des Marktes hervorragend voran."

Mit einem Euro je Stückaktie (plus neun Prozent) zahlt die adidas-Salomon AG (Herzogenaurach) nach Hainers Worten die bisher höchste Dividende der Konzerngeschichte. Aktionärsvertreter äußerten sich lobend über die Geschäftsstrategie. "Adidas-Salomon war im vergangenen Jahr ein Lichtblick für den gebeutelten Kleinaktionär", sagte Daniela Bergdolt von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Begleitet wurde die Hauptversammlung jedoch auch von Protesten. Die von Kirchen und Gewerkschaften getragene "Kampagne für saubere Kleidung" warf adidas Arbeitsrechtsverletzungen bei der Produktion vor. In vielen Ländern werde ein zu geringer Lohn gezahlt. Tierschützer hielten adidas vor, als Hauptabnehmer von Känguru-Häuten, aus denen Fußballschuhe gefertigt werden, mitverantwortlich zu sein für den massenhaften Abschuss der Tiere. Adidas wies die Vorwürfe zurück. "Unsere Arbeit in den Bereichen Soziales und Umwelt wird von unabhängigen Institutionen anerkannt", sagte Hainer. Von der Lungensuche SARS ist adidas nach eigenen Angaben in seinen Produktionsbetrieben in Asien bisher nicht betroffen.


 
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