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Softwarekonzern: Adobe auch ohne Apple mit Umsatzplus

zuletzt aktualisiert: 23.06.2010 - 07:55

Boston (RPO). Ein überraschend hohes Umsatzplus bestärkt Adobe in seinem hitzigen Streit mit Apple. Die Verbannung seines weitverbreiteten Multimedia-Standards Flash von Apples Verkaufsschlagern iPhone und iPad habe keine Spuren im Geschäft hinterlassen, betonte der Softwarekonzern am Dienstag.

Aus Adobes Sicht ist damit auch Apples Behauptung widerlegt, Flash sei anderen Programmen zum Hochladen von Werbebannern, Filmen oder Spielen unterlegen. Die ehemals engen Geschäftspartner liefern sich in der Frage seit Monaten einen heftigen Schlagabtausch.

Der Umsatz des Konzerns aus San Jose in Kalifornien legte vor allem dank des neuen Software-Angebots Creative Suite 5 (CS5) zu, zu dem die von Apple geschmähten Flash-Programme gehören. Adobe steigerte seine Erlöse mit dem CS5-Verkaufsstart im zweiten Quartal um 34 Prozent auf 943 Millionen Dollar. Das war deutlich mehr als von Experten mit 906 Millionen Dollar erwartet. "Das sollte alle Bedenken verstummen lassen, dass der Streit über Flash unseren CS5-Absatz schmälert", betonte Adobe-Chef Shantanu Narayen bei der Vorlage der Zahlen nach US-Börsenschluss.

Auch fürs laufende Quartal ist der Konzern optimistisch. Der Umsatz wird demnach zwischen 950 Millionen und einer Milliarde Dollar erreichen. Die von Reuters befragten Analysten gingen bislang im Mittel von 959 Millionen Dollar aus. CS5 stößt unter den Kunden auf ein deutlich positiveres Echo als die Vorgängerversion CS4, die auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise 2008 auf den Markt gekommen war.

Das Gewinnplus hinkte der Umsatzsteigerung allerdings hinterher: Hier erreichte Adobe mit 44 Cent je Aktie ohne Sonderposten nur wenig mehr als am Markt erwartet. Zudem nannte der Konzern fürs laufende Quartal mit 46 bis 50 Cent je Aktie eine Gewinnprognose, die trotz der Aufschläge bei den Erlösen nicht über die Schätzungen der Analysten hinausging. Die Aktie gab daraufhin im nachbörslichen Handel 1,4 Prozent nach.

"Der Produktzyklus macht einen großartigen Eindruck", sagte der Analyst Ross MacMillan von Jefferies & Co. "Das kommt aber leider nicht unterm Strich an." Seinen Nettogewinn bezifferte Adobe auf 149 Millionen Dollar nach 126 Millionen Dollar im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Quelle: RTR/top

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