Marburger Bund weitet Streiks aus: Ärzte wollen auch in NRW streiken
zuletzt aktualisiert: 27.06.2006 - 10:34Frankfurt/Main (rpo). Noch in dieser Woche könnten auch in Nordrhein-Westfalen erste kommunale Krankenhäuser bestreikt werden. Das sagte der Landesvorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, der "Rheinischen Post". Unterdessen wurden bereits am zweiten Tage des Ausstandes mehr Kliniken in die Arbeitsniederlegungen einbezogen als am ersten. Betroffen waren erneut Bayern, Baden-Württemberg sowie Hessen und Schleswig-Holstein.
Am Mittwoch sollen auch Bremen und Niedersachsen sowie am Donnerstag zusätzlich das Saarland in den Streik einbezogen werden. Über die Ausweitung auf Nordrhein-Westfalen soll nach Informationen der "Rheinischen Post" am Dienstagabend beraten werden. Henke sprach von Krankenhäusern in einigen Großstädten. Ab kommender Woche sollen die Aktionen nach den Worten von Henke dann landesweit ausgedehnt werden.
Bereits am ersten Streiktag an den städtischen und Kreiskrankenhäusern hatten am Montag bundesweit rund 7 500 Mediziner die Arbeit niedergelegt. Genaue Zahlen für Dienstag lagen zunächst nicht vor. Eine Sprecherin des Marburger Bunds in Berlin erwartete aber eine deutlich höhere Zahl, da am zweiten Streiktag deutlich mehr Krankenhäuser einbezogen wurden als am ersten. Die Beteiligung der Ärzte sei gut, sagte sie.
Nach ihren Angaben wurden in Bayern am Dienstag in folgenden Städten Kliniken bestreikt: Augsburg, Altötting, Fürstenfeldbruck, München, Haar bei München, Landshut, Nürnberg und Traunstein. In Baden-Württemberg waren es am zweiten Tag des Ausstands noch mehr Kliniken, nämlich Göppingen, Konstanz, Offenburg, Ettenheim, Achern, St. Bernhard, Kehl, Oberkirch, Wolfach, Gengenbach und Heilbronn. In Schleswig-Holstein waren es Eckernförde, Neumünster, Rendsburg und Kiel sowie in Hessen Frankfurt-Höchst und Offenbach.
Am Mittwoch ist auch eine Protestaktion der Ärzte in den niedersächsischen Landeskrankenhäusern geplant. Konkret wollen sie sich an allen Standorten punkt 12 Uhr zu einer "aktiven Mittagspause" vor die Tür der Kliniken setzen. Motto der Aktion ist: "Man hat uns vor die Tür gesetzt." Auch an den psychiatrischen Landeskrankenhäusern in Niedersachsen fordern die Mediziner einen arztspezifischen Tarifvertrag.
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