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Viele Regionen unterversorgt
Höhere Bezahlung lockt Ärzte nicht aufs Land

IGel-Hilfe: Selbst zahlen, oder nicht?
IGel-Hilfe: Selbst zahlen, oder nicht? FOTO: dpa, Patrick Pleul
Berlin. Die höhere Vergütung für Praxis-Ärzte in dünn besiedelten Gebieten hat nicht die gewünschte Wirkung entfaltet. Wie ein noch unveröffentlichtes Gutachten des Gesundheitsforschungsinstituts Iges zeigt, locken die höheren Honorare die Ärzte nichts aufs Land. Von Eva Quadbeck

"Dies zeigt, dass Vergütungsanreize nicht ausreichen, um das Problem der mangelnden Niederlassungsbereitschaft in ländlichen und strukturschwachen Regionen zu beheben", heißt es in dem Gutachten, das unserer Redaktion vorliegt.

So liegen beispielsweise die Umsätze von Hausärzten in Sachsen-Anhalt 14 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, die von Fachärzten dort übertreffen den mittleren Wert sogar um 20 Prozent. Dennoch herrscht dort Unterversorgung.

In Berlin zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Der Umsatz von Hausärzten liegt elf Prozent unter dem Bundesschnitt, der von Fachärzten ist sogar 26 Prozent niedriger. Dennoch gilt die Hauptstadt als überversorgt.

"Wir müssen andere Wege gehen, als mehr Geld zu zahlen. Beispielsweise brauchen Ärzte auch ein gutes Umfeld, wenn sie sich in bestimmten Regionen niederlassen sollen", sagte der Leiter des Ersatzkassenverbandes NRW, Dirk Ruiss. Er forderte auch, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen Arztsitze in überversorgten Gebieten aufkaufen und sie in strukturschwache Gegenden verlegen sollen.

Quelle: RP
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