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Düsseldorf/Hannover
Air Berlin gibt Ferienflieger ab

Düsseldorf/Hannover. Tui und Air Berlin fusionieren ihre Urlaubsflieger. Preise könnten steigen. Von Reinhard Kowalewsky

Der Aufsichtsrat des Tourismuskonzerns Tui wird spätestens Ende des Monats zusammenkommen, um den Zusammenschluss der deutschen Fluggesellschaft Tuifly und ihrer 27 Jets mit den 35 Ferienjets von Air Berlin abzusegnen. Dies erfuhr unsere Redaktion aus dem Umfeld des Hannoveraner Unternehmens. Die Belegschaft von Tuifly scheint ihren Widerstand gegen das Joint-Venture aufgegeben zu haben, nachdem es weitgehende Zusagen zum Erhalt von Arbeitsplätzen gab. Die Beschäftigten hatten Tuifly Anfang Oktober mit Krankmeldungen so lange lahmgelegt, bis es erste, wichtige Zugeständnisse gab.

Als Folge der Fusion könnten die Tarife für Ferienflüge auch ab Düsseldorf etwas ansteigen. Air Berlin kontrolliert beispielsweise etwas mehr als die Hälfte der monatlich knapp 500 Flüge aus der NRW-Landeshauptstadt nach Palma de Mallorca. Mit den 34 Verbindungen von Tuifly würde der Anteil bei 59 Prozent liegen. "Mit ihrer Marktmacht könnte die neue Gemeinschaftsfirma in Düsseldorf schon etwas die Ticketpreise hochdrücken", sagt dazu Heinrich Großbongardt, Airline-Experte aus Hamburg.

Dabei ist zu erwarten, dass die neue Gemeinschafsfirma mit ihren dann insgesamt 62 Jets teilweise auch völlig neue Strecken eröffnen wird. So berichtet die "Süddeutsche Zeitung", dass Tui sich zwar verpflichten wird, in den nächsten zehn Jahren eine feste Zahl an Tickets abzunehmen, doch die Routen könne "Blue Sky" (so der Arbeitstitel) eigenständig planen. Als Ergebnis wird es voraussichtlich mehr online angebotene Einzeltickets geben.

Hintergrund des Zusammenschlusses ist, dass Air Berlin sich aus dem saisonal stark schwankenden Geschäft mit Strecken in europäische Feriengebiete zurückziehen will. Außerdem hatte Air Berlin das Problem, dass 14 Jets zwar unter eigenem Namen flogen, aber zu einem zu hohen Preis von Tuifly betrieben wurden. Auch diese bisher bei Air Berlin verbuchten Maschinen werden Teil des Joint-Venture.

Ungewöhnlich an der neuen Firma wird sein, dass eine österreichische Stiftung 51 Prozent der Aktien halten soll. Sie wird dem Umfeld des Hauptaktionärs von Air Berlin, Etihad, zugerechnet. Aber der Vorstandschef von Air Berlin, Stefan Pichler, wird wohl Chef der Stiftung. Tui wird 24 Prozent der Anteile halten, Etihad direkt wohl 25 Prozent.

Quelle: RP
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