Aschewolke belastet: Air Berlin schreibt weiter rote Zahlen
zuletzt aktualisiert: 24.08.2010 - 19:34Frankfurt (RPO). Die Flugausfälle wegen des Vulkanausbruchs in Island haben Air Berlin im zurückliegenden Quartal hohe Verluste eingebrockt. Von April bis Ende Juni sei ein Fehlbetrag von 56,9 Millionen Euro angefallen nach einem Gewinn von 7,1 Millionen Euro im Jahr zuvor, teilte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft am Dienstagabend mit.
Damit schnitt der Lufthansa-Konkurrent schlechter ab als von Analysten erwartet. Sie hatten im Schnitt nur mit einem Verlust von knapp 50 Millionen Euro gerechnet. Beim Umsatz, der dank der Übernahme der Städteflugverbindungen von TUIfly um 4,9 Prozent auf 877 Millionen Euro stieg, lag Air Berlin dagegen leicht über den Markterwartungen.
Air-Berlin-Chef Joachim Hunold hatte bereits im Juli vor den Belastungen durch den Vulkanausbruch in Island gewarnt. Wegen der tagelangen Luftraumsperrung in Europa im April seien die Fluggäste noch Wochen danach verunsichert gewesen und hätten mit Buchungen gezögert. Stattdessen seien viele lieber mit dem Auto oder Bus und Bahn in den Urlaub gefahren. Air Berlin leidet darunter besonders, da zahlreiche Buchungen auf Urlaubsreisen zurückzuführen sind.
Bereits im ersten Quartal hatte die Airline wegen des strengen Winters, der zahlreiche Flugausfälle verursachte, einen Verlust von knapp 94 Millionen Euro verbucht. Dafür verantwortlich war auch der harte Preiskampf in der Branche. Auch in den kommenden Monaten muss sich der Berliner Konzern auf Ungemach einstellen: Die Piloten drohen im Tarifstreit noch im August mit einem Streik.
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