Tarifverhandlungen um Arbeitsbedingungen: Air Berlin und LTU: Piloten drohen mit Streiks
zuletzt aktualisiert: 16.08.2010 - 14:06Frankfurt/Main (RPO). Drohen Streiks bei der Fluggesellschaft Air Berlin und ihrer Tochter LTU? Nach mehrmonatigen Verhandlungen ohne Ergebnis seien Arbeitskampfmaßnahmen "wohl unvermeidlich", sollte in den kommenden Tagen nicht Bewegung in die Verhandlungen kommen, erklärte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Montag in Frankfurt am Main. Der Gewerkschaft geht es um die Arbeitsbedingungen der Piloten.
Zu strittigen Punkten gehören die Dienst- und Ruhezeiten sowie die Bereitschaftszeiten. Auf Langstreckenflügen fordert die VC zudem einen dritten Piloten. Air Berlin setzt demnach bei Flügen etwa in den Westen der USA oder Südafrika zwei Piloten ein. Dies sei "nicht mehr akzeptabel". Bei anderen deutschen Airlines sei es üblich, auf langen Strecken einen dritten Piloten einzusetzen, betonte die Pilotengewerkschaft.
In einer Urabstimmung hätten sich 99 Prozent der VC-Mitglieder bei Air Berlin und 97 Prozent der Mitglieder bei der LTU für die Tarifpolitik ihrer Gewerkschaft ausgesprochen, erklärte die Vereinigung Cockpit. Diese Urabstimmung sei "die letzte Möglichkeit", Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.
Verhandlungen gehen weiter
Am Dienstag und Mittwoch gehen die Verhandlungen in die nächste Runde. Ein Air Berlin-Sprecher sagte unterdessen, er sehe keinen Anlass für Warnstreiks durch die Gewerkschaft.
Vielmehr sei man bei den laufenden Verhandlungen auf einem "konstruktiven" Weg, auch für September sei bereits ein weiterer Gesprächstermin geplant. Trotz eines wegen der Flugausfälle wegen der Aschewolke "schwierigen Jahrs" sei Air Berlin "willens Verbesserungen beim Manteltarif zu vereinbaren", sagte der Sprecher. In den vergangenen Wochen habe man sich mit der Gewerkschaft bereits angenähert.
Die Piloten hingegen hatten bereits Anfang März Warnstreiks angekündigt. Sie sagten die Arbeitsniederlegung ab, weil die Gewerkschaft sich damals "ernsthaft Hoffnung auf eine Tariflösung" machen konnte, wie sie erklärte. Zu dieser Lösung sei es nun doch nicht gekommen.
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