Deutsche Telekom: Aktionärsvertreter erwägen Klage gegen T-Online-Fusion
zuletzt aktualisiert: 05.04.2005 - 14:44Düsseldorf (rpo). Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erwägt, die geplante Rückführung des Internetproviders T-Online in den Mutterkonzern Deutsche Telekom vor Gericht anzufechten. Es sei zu fragen, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker am Dienstag in Düsseldorf, ob die Telekom T-Online nicht über Jahre systematisch benachteiligt habe, um zu dem vorliegenden Bewertungsverhältnis zu kommen. Da das zum Nachtteil der Aktionäre von T-Online gewesen sei, werde die DSW auf der T-Online Hauptversammlung gegen den Verschmelzungsvertrag stimmen.
Darüber hinaus wollen die Aktionärsschützer laut Hocker "alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen, um den privaten Aktionären zu ihrem Recht zu verhelfen". Die Deutsche Telekom bietet den freien Aktionären von T-Online auf der Basis von Unternehmensbewertungen für 25 Papiere 13 T-Aktien an. Das sei für die Anteilseigner "alles andere als ein gutes Geschäft", sagte Hocker. Er wies darauf hin, dass sie beim Börsengang von T-Online vor fünf Jahren 27 Euro zahlen mussten.
"Jetzt sollen sie gerade einmal ein Drittel dieses Betrages für ihre Aktien bekommen", kritisierte der Aktionärsschützer. Man werde auf der Hauptversammlung in Hannover sehr genau hinterfragen, warum der T-Online-Vorstand "einen solch nachteiligen Verschmelzungsvertrag" unterschrieben habe.
DSW-Sprecher Jürgen Kurz ergänzte, es gebe hier einige "Verdachtsmomente". "Es sieht so aus, dass die Telekom ein bisschen hoch und T-Online in bisschen runtergerechnet wurde", sagte Kurz. Als Manipulationsmöglichkeiten kämen unterschiedliche Zinsberechnungen in Betracht, Ferner sei zu fragen, ob Entgelte für die Nutzung der Infrastruktur der Telekom angemessen gewesen seien. Außerdem hält es die DSW für möglich, dass T-Online von dem Bonner Mutterkonzern bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen behindert worden ist, zum Beispiel bei der Internettelefonie.
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