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Berlin
Aldi baut Wohnungen in Berlin

Berlin. Der Discounter hofft, so leichter Baugenehmigungen für Läden zu erhalten.

Der Discounter Aldi Nord will in Berlin rund 2000 Wohnungen bauen. "Das ist die Idee: im Erdgeschoss ein Aldi-Markt und darüber Wohnungen", hieß es. 200 Wohnungen in Neukölln und Lichtenberg würden in Kürze gebaut, weitere 15 Standorte in der Hauptstadt habe man im Blick. Ob der Discounter in Berlin auch als Vermieter auftritt oder seine Wohnungen verkaufen will, teilte das Unternehmen nicht mit.

Aldi Nord hatte 2017 sein bislang größtes Investitionsprojekt in die Wege geleitet. Alle Filialen des Discounters im In- und Ausland sollen modernisiert oder neu gebaut werden. In den nächsten Jahren wolle Aldi Nord weltweit mehr als fünf Milliarden Euro investieren, hatte es im Juli 2017 geheißen.

In Berlin sollen offenbar alte Aldi-Märkte abgerissen, neu gebaut und um darauf liegende mehrstöckige Wohnblöcke ergänzt werden. Der Konzern braucht für sein neues Konzept mit größerem Sortiment sowie frischem Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch größere Flächen. Die Verbindung mit Wohnungen dürfte es Aldi erleichtern, Baugenehmigungen zu bekommen. Denn der Berliner Senat will die oft eingeschossig bebauten Supermarktstandorte stärker für Wohnungen nutzen. In der Hauptstadt herrscht Wohnungsnot. Experten schätzen, dass bis 2030 rund 194.000 Wohnungen gebraucht werden. Berlin rechnet bis dahin mit 300.000 zusätzlichen Einwohnern.

"Die Kombination von Aldi-Märkten und angeschlossenem Wohnraum ist eine konsequente und vor allem zukunftsorientierte Lösung", sagte Jörg Michalek, Geschäftsführer der Aldi Immobilienverwaltung. Vor ähnlichem Hintergrund baut Aldi schon in Hamburg. Auch in Tübingen hat der Discounter Komplettlösungen mit Wohnungen geschaffen. Dort baute man im Rahmen des Projekts "TÜ 3" 43 Mietwohnungen über einem Ladenlokal.

(RP/dpa)
 
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