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Abschreibungen überlagern operative Verbesserungen: Allianz: Schulte-Noelles letzter Auftritt

zuletzt aktualisiert: 29.04.2003 - 12:52

München (rpo). Henning Schulte-Noelle hätte sich bestimmt einen besseren Abgang gewünscht. Der scheidende Allianz-Chef musste der Hauptversammlung auch für das erste Quartal 2003 enttäuschende Zahlen präsentieren.

Im ersten Quartal werden operative Verbesserungen des Ergebnisses voraussichtlich von Abschreibungen in einer Größenordnung von 800 Millionen Euro überlagert, sagte Schulte-Noelle am Dienstag auf der Hauptversammlung in München. Diese Größenordnung hatte die Allianz bereits im März genannt. Nennenswerte Gewinnrealisierungen seien nicht vorgenommen worden. Damit droht der Allianz der dritte Quartalsverlust in Folge.

Im operativen Geschäft ist die Allianz hingegen voran gekommen. Im ersten Quartal könne nach vorläufigen Zahlen mit einer Steigerung der Beitragsseinnahmen in der Lebensversicherung in Deutschland von knapp neun Prozent gerechnet werden, sagte Schulte-Noelle. In der Schaden- und Unfallversicherung sei voraussichtlich eine Schaden-Kostenquote von weniger als 100 Prozent - also die Profitabilität - erreicht worden. Auch bei dem Sorgenkind Dresdner Bank erwartet die Allianz eine deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses.

In seiner Abschiedsrede verteidigte Schulte-Noelle die Übernahme erneut gegen Kritik. Die Vertriebsorganisation der Dresdner Bank verschaffe der Allianz eine wesentlich bessere Position in Wachstumsfeldern. Dies werde sich in einiger Zeit deutlich zeigen. Schulte-Noelle gibt seinen Posten nach mehr als einem Jahrzehnt mit Ablauf der Hauptversammlung an seinen Nachfolger Michael Diekmann ab und will dann in den Aufsichtsrat wechseln.

Aktionärsschützer haben angesichts eines massiven Kursverlusts im vergangenen Jahr heftige Kritik am Allianz-Management geübt. "Das Jahr 2002 war ein Jahr des Schreckens für die Allianz-Aktionäre", sagte der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre, Klaus Schneider, am Dienstag bei der Hauptversammlung in München. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz machte dafür auch eine Führungsschwäche des Vorstandes verantwortlich. "Inzwischen ist die Allianz entzaubert."


 
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