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München
Allianz steigt aus Kohle-Firmen aus

München. Schlechtes Image, ökonomisch riskant: Stromkonzerne werden unbeliebt.

Wenige Tage vor dem Klimagipfel will die Allianz ein Zeichen setzen: Der größte Versicherer Europas kündigte an, künftig nicht mehr in Kohle zu investieren. Er will kein Geld mehr in Unternehmen stecken, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle oder der Erzeugung von Strom aus Kohle machen. Kohle gilt als klimaschädlich, da bei ihrer Verfeuerung viel Kohlendioxid (CO2) entsteht.

Derzeit hat die Allianz vier Milliarden Euro in Kohle-Unternehmen investiert, 90 Prozent davon in Anleihen. Sobald diese auslaufen, werden sie nicht verlängert. Die restlichen zehn Prozent stecken in Aktien, die die Allianz in den nächsten sechs Monaten verkaufen will. Um welche Aktien es sich handelt, wollte der Konzern nicht sagen. Grundsätzlich zählen zu Kohle-intensiven Unternehmen Verstromer wie RWE, Vattenfall und Eon sowie (ausländische) Bergbauunternehmen. Kohle-Unternehmen hätten nicht nur ein schlechtes Image, sondern seien zunehmend mit ökonomischen Risiken verbunden, erklärte ein Allianz-Sprecher. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter begrüßte den Plan als Meilenstein für die "Divestment-Bewegung". RWE und Eon zeigten in dramatischer Weise, wie ruinös eine Firmenpolitik sei, die sich an fossile Energie klammere.

Allianz ist kein Einzelfall. Auch der schwedische Konzern Vattenfall will aussteigen und 2016 seine ostdeutsche Braunkohle verkaufen. Ebenso steigen der französische Versicherer Axa und die Rockefeller-Erben aus Kohle-Beteiligungen aus.

Deutsche Banken sind dagegen stark mit Krediten engagiert - auch in der Braunkohle: Laut einer Studie der Umweltschutzorganisation Urgewald steht an der Spitze der Braunkohle-Finanzierer die Deutsche Bank mit 3,3 Milliarden Euro, gefolgt von der Commerzbank. Bei der Verfeuerung von Braunkohle wird noch mehr CO2 frei als bei Steinkohle.

(anh)
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