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München
Allianz will Euler Hermes komplett übernehmen

München. Mit Hermes-Bürgschaften schützt die Bundesregierung deutsche Exporteure gegen Zahlungsausfälle ihrer Kunden im Ausland. Hinter den Bürgschaften steht eine französisch-deutsche Beteiligung der Allianz-Versicherung - die Euler Hermes. Die soll komplett in Münchner Hände kommen: Europas größter Versicherer Allianz will 1,8 Milliarden Euro ausgeben, um den Kreditversicherer komplett zu übernehmen. Die Allianz hält derzeit zwei Drittel der Anteile.

Euler Hermes ist laut Allianz Weltmarktführer in der Branche. An der Börse war das in Paris ansässige Unternehmen zuletzt 4,3 Milliarden Euro wert. Euler Hermes begrüßte das Übernahmeangebot grundsätzlich. Ein Experte soll es aber im Detail prüfen, dann will der Aufsichtsrat seine Empfehlung bekanntgeben. Die Allianz will nach Erreichen der 95-Prozent-Marke etwaige Minderheitsaktionäre durch ein sogenanntes Squeeze-Out-Verfahren hinausdrängen und Euler Hermes von der Börse nehmen. Die Aktien von Euler Hermes schossen um über 20 Prozent auf ein Rekordhoch von 122,90 Euro.

Und noch eine Übernahmespekulation sorgte für Wirbel in der Finanzbranche: Im Dax zählten Commerzbank-Papiere mit einem Plus von etwa einem Prozent zu den größten Gewinnern. Einem Bericht der Schweizer Zeitung "NZZ" zufolge ist die UBS an Teilen des deutschen Konkurrenten interessiert. Auch wenn das nicht realistisch klinge, heize es die Übernahmephantasien an, sagte ein Händler.

(dpa/rtr)
 
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