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Düsseldorf
Amazon erhöht Preise für Prime um 40 Prozent

Düsseldorf. Der Versandhändler verteuert - wie 2014 schon in den USA - sein Zusatzangebot. Künftig kostet es 69 Euro im Jahr. Von Maximilian Plück

Kunden des Amazon-Dienstes Prime bekamen gestern Vormittag per E-Mail schlechte Nachrichten: Der Online-Versandhändler verteuert sein Zusatz-Angebot Prime von derzeit 49 Euro auf künftig 69 Euro im Jahr - das entspricht einem satten Plus von mehr als 40 Prozent. Die Erhöhung soll für Neukunden ab Februar 2017 gelten. Wer schon heute Kunde ist oder noch vor Februar Mitglied wird, für den gelten die alten Preise noch bis zum 30. Juni. Auch die ermäßigten Abo-Preise für Studenten werden angepasst. Diese steigen um zehn auf 34 Euro pro Jahr. Der US-Konzern begründet die Preiserhöhung damit, dass die laufenden Kosten für die im Prime-Abo enthaltenen Dienste gestiegen seien.

Der Prime-Dienst war ursprünglich lediglich eine Verbesserung der Lieferkonditionen. Kunden des Onlinehändlers konnten bei der Einführung im Jahr 2007 für den Preis von 29 Euro im Jahr sich zunächst nur Waren kostenfrei nach Hause liefern lassen.

Doch das US-Unternehmen baute den Abo-Dienst Schritt für Schritt aus. Heute gilt Prime als wichtigstes Element zur Kundenbindung. Das Angebot umfasst heute unter anderem eine Video-Streamingplattform, auf der neben gängigen Serienformaten inzwischen auch eigens produzierte Inhalte wie die Serie "Man in the High Castle" oder die von Star-Regisseur Woody Allen verantwortete Mini-Serie "Crisis in Six Scenes" angeboten werden. Hinzu kommt der Musik-Streamingdienst Prime Music mit zwei Millionen Songs (Konkurrent Spotify bietet 30 Millionen Lieder). Für den Ebook-Reader Kindle können Mitglieder ohne Aufpreis Bücher leihen. Auch vertreibt der Online-Händler einige Produkte ausschließlich an Mitglieder. Und wer die Zustellung am Tag der Bestellung in 20 deutschen Großstädten möchte, muss Prime-Abonnent sein. Neueste Produkte aus dem Prime-Universum sind das vernetzte Lautsprecher-System Echo sowie Bestell-Buttons für einzelne Marken-Artikel.

In den USA hat Amazon die Preiserhöhung schon vor zwei Jahren vollzogen. Damals stieg der Preis von 79 auf 99 Dollar pro Jahr an (umgerechnet von 72 auf 90 Euro).

Profiteur der Preiserhöhung in Deutschland könnte vor allem die Video-Streaming-Plattform Netflix sein. Deren Angebot gilt Serien-Fans mit aufwendigen Eigenproduktionen wie "House of Cards", "Narcos", "Stranger Things" und "Orange is the New Black" als qualitativ hochwertiger, damit aber auch teurer. Ein Netflix-Abonnement kostet derzeit - je nach Auflösung und Anzahl der zeitgleich genutzten Abspielgeräte - zwischen 96 und 144 Euro im Jahr.

Quelle: RP
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