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Leipzig
Amazon-Weihnachtsgeschäft von Verdi-Streiks begleitet

Leipzig. Die Gewerkschaft Verdi plant auch in diesem Weihnachtsgeschäft Streiks beim US-Versandkonzern Amazon. Das sagte Verdi-Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago. Wann und in welchen der neun Logistikzentren in Deutschland gestreikt werden solle, wolle die Gewerkschaft nicht vorab bekannt geben. Mit überraschenden Aktionen solle die Wirksamkeit der Streiks erhöht werden.

Schon in den vergangenen beiden Jahren hatte es Arbeitsniederlegungen von Teilen der Amazon-Belegschaft im Weihnachtsgeschäft gegeben. Der US-Konzern gab sich stets unbeeindruckt und betonte, dass die Kunden wie gewohnt beliefert wurden.

Verdi will bei Amazon einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Der Online-Händler lehnt das ab. Er sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des in der Branche Üblichen.

Auch wenn sich Amazon der Aufnahme von Tarifverhandlungen verweigere, hätten die Streiks etwas bewirkt, sagte der Gewerkschafter: "Amazon bewegt sich in der Hinsicht, dass sie bestimmte tarifliche Entwicklungen nachvollziehen." Im September seien die Löhne erhöht worden - und zwar etwa in dem Umfang wie im Einzelhandel auch. Sorgen, dass der Konzern wegen des mehr als zweijährigen Arbeitskampfes abwandern könnte, hat Verdi nicht. Amazon betreibt hierzulande neun Versandzentren: in Leipzig, Graben bei Augsburg, Rheinberg, Werne, Pforzheim, Koblenz, Brieselang und zwei in Bad Hersfeld. Dort arbeiten nach Unternehmensangaben rund 11.000 festangestellte Mitarbeiter. Dazu kommen im Weihnachtsgeschäfte mehrere Tausend Saisonkräfte.

(dpa)
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