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Nürnberg
An Weihnachten Geschenke für 274 Euro

Nürnberg. Deutschlands Verbraucher lassen sich zu Weihnachten ihre Konsumlaune nicht verderben, trotz wachsender Sorgen um die Konjunktur. 274 Euro wollen sie im Schnitt für Geschenke ausgeben, wie die Marktforscher der Nürnberger GfK in einer Umfrage ermittelt haben. Das sind zwar elf Euro weniger als im Vorjahr, aber in diesem Jahr spenden die Deutschen auch deutlich mehr - etwa für Flüchtlinge. Die GfK geht davon aus, dass dieser Trend bis Jahresende anhält.

Wegen der ungebrochenen Zuwanderung rechnen viele Menschen in den kommenden Monaten allerdings auch mit mehr Arbeitslosen. Weil zugleich die Einkommenserwartungen sanken, fiel der monatliche GfK-Konsumklimaindex mit 9,3 Punkten für Dezember auf den niedrigsten Stand seit Jahresbeginn. Es war der vierte leichte Rückgang in Folge. Für November hatte die GfK 9,4 Zähler errechnet. Die GfK befragt monatlich 2000 Verbraucher zu ihren Erwartungen.

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ist erstmals seit fünf Monaten die Neigung zu größeren Anschaffungen gestiegen, auch weil Sparen wegen der Mini-Zinsen kaum noch belohnt wird. Das zeige auch, "dass die Menschen keine Angst um ihren Job haben, obwohl es eine latente Verunsicherung gibt", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Der Konjunkturpessimismus stehe im Widerspruch zu den tatsächlichen Zahlen. Bürkl verwies etwa auf die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die weitere Entwicklung der Konsumstimmung hänge auch davon ab, wie Verbraucher auf den Terror von Paris reagierten. Dieser Aspekt sei in der jüngsten Erhebung nicht berücksichtigt. Bei früheren Anschlägen habe es meist jedoch keine negativen Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung gegeben.

Für den Handel wird das Weihnachtsgeschäft auf jeden Fall erneut ein Umsatzbringer sein: Rund 14,3 Milliarden Euro dürfte das Fest nach GfK-Berechnungen in die Kassen spülen. Das wären allerdings knapp fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Neun von zehn (91 Prozent) Verbrauchern wollen zum Fest etwas verschenken. Am häufigsten landen Bücher, Spielwaren und Bekleidung unter dem Weihnachtsbaum. Jeder zweite (51 Prozent) bestellt laut GfK mindestens ein Geschenk im Internet. Die Zahlen zum Weihnachtsgeschäft basieren auf einer Umfrage unter 4241 Verbrauchern von 14 bis 75 Jahren Ende Oktober und Anfang November.

(dpa)
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