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Helga, Chicken Gelati, Smoo
Die Ernährungstrends der Anuga

Fotos: Das sind die Trends der Anuga
Fotos: Das sind die Trends der Anuga FOTO: RP
Köln. Mehr als 7000 Aussteller zeigen ab heute auf der Lebensmittel-Messe in Köln die Neuigkeiten der Branche. Die großen Trends sind gesundes Fast Food und veganes Essen, die Essensgewohnheiten haben sich drastisch geändert. Von Ludwig Krause

Ohne Gluten, Laktose und Glutamat. Vegan, vegetarisch, halal und koscher. Die Produktbeschreibung gibt zwar keine Auskunft darüber, wie die Kartoffelchips schmecken sollen - was in ihnen alles nicht enthalten ist, darüber ist der Kunde aber umfassend informiert. Absurd? Vielleicht. Auf jeden Fall aber voll im Trend. Mehr als 7000 Aussteller aus 109 Ländern zeigen auf der Lebensmittel-Messe Anuga in Köln ihre neuen Kreationen. 155.000 Fachbesucher werden ab heute erwartet.

Zu den größten Trends gehören dabei die sogenannten "Free from"-Produkte. Das ist der - teils freiwillige - Verzicht des Verbrauchers auf Konservierungsmittel, künstliche Aromen und Zusatzstoffe. Müsli ohne Getreide, Joghurt aus Lupinen, Kokosnuss-Wasser ohne Konzentrate, zucker-, cholesterin-, fett- und glutenfrei.

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Die besten Trends der Anuga 2015 gibt es hier.

Angesagter als je zuvor sind außerdem vegetarische und vegane Produkte. Elf Millionen Kunden griffen 2014 zu Fleischersatzprodukten und pflanzlichen Brotaufstrichen. "In diesem Jahr gibt es auf der Anuga 1000 Aussteller, die auch vegane Produkte führen", sagt Dietmar Eiden von der Kölnmesse Gmbh. "Das Essen wird politisch, für immer mehr Leute ein Statement", sagt Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Unter den Innovationen der Messe finden sich Produkte wie das vegane Dessert aus Kürbis und Quinoa, der Smoothie in Riegelform oder der Olivendrink mit Gurke und Wacholder. "Die Trends sind Ausdruck der Vielfalt von Lebensstilen", sagt Christoph Minhoff. Das Lustprinzip weicht immer mehr dem Bewusstsein der Nachhaltigkeit.

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Gemeinsam mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat die BVE das Ernährungsverhalten in Deutschland untersucht. "Das Essverhalten heranwachsender Generationen unterliegt einem grundlegenden Wandel", sagt Christoph Minhoff. Während 2005 noch 81,8 Prozent der 14- bis 16-Jährigen mittags zu Hause gegessen haben, sind es heute nur noch 65,5 Prozent. Der heimische Mittagstisch, er stirbt langsam aber sicher aus. Beim Frühstück sieht es nicht besser aus.

Vor allem die jüngere Zielgruppe isst immer häufiger auswärts oder greift zu Convenience-Produkten für Mikrowelle und Toaster. Pesto im Portionsbecher, japanische Pfannengerichte, bei denen nur noch eine Zwiebel hinzugefügt werden muss, Curry King in der vegetarischen Variante. Doch auch bei den Älteren bleibt die Küche immer öfter kalt, wie Wolfgang Adlwarth von der Gfk erklärt. Durch den Arbeitsalltag essen viele Menschen mittags mittlerweile in der Kantine oder am Imbissstand. Das gemeinsame Essen verlagert sich deutlich in Richtung Abend und Wochenende.

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Neben der fehlenden Motivation komme bei vielen Menschen mittlerweile auch fehlendes Können hinzu. "Wir beobachten immer mehr Kochlegastheniker", sagt Adlwarth. "Viele können nicht mehr schmackhaft aus frischen Zutaten kochen." Weil das Gesundheitsbewusstsein bei den Verbrauchern aber gleichzeitig wachse, gehe der Trend vom Fast Food hin zum Healthy Fast Food. Während es früher immer nur schnell gehen musste, soll es heute dabei auch noch gesund sein.

Da kann dem Essensromantiker ganz schön der Appetit vergehen. Oder? Auch ein Gegentrend lasse sich beobachten, wie die Forscher erklären: der des heimischen Gourmet-Kochs. Menschen, die sich zum Ziel gesetzt haben, Spitzenküche mit besten Zutaten am eigenen Herd zu zaubern. Dann auch gerne mit Fisch, Fleisch, Fett und Aromen.

Quelle: RP
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