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Cupertino
Apple Watch lässt Anleger zweifeln

Fotos: Apple Watch wird zum ersten Mal gezeigt
Fotos: Apple Watch wird zum ersten Mal gezeigt FOTO: ap
Cupertino. Der erfolgreichste Elektronikkonzern der Welt, Apple, meldete gestern erneut Rekordzahlen - und doch gab die Aktie um rund fünf Prozent nach. Einziger Grund scheint zu sein, dass der Start der Digital-Uhr Apple Watch anscheinend schlechter läuft, als von vielen Experten erwartet worden war. Außerdem ist der Börsenwert von Apple mit insgesamt 700 Milliarden Euro - das ist mehr als die zehn wertvollsten Unternehmen Deutschlands gemeinsam kosten - derart hoch, dass auch die kleinste Enttäuschung für eine Korrektur des Kurses sorgen kann.

Tatsächlich weigert sich der US-Konzern, Verkaufszahlen für die Uhr zu nennen, wodurch die Analysten nur Schätzungen wagen können: So stieg der Umsatz der Sparte "Sonstige Geräte" im zweiten Quartal von 1,6 Milliarden Euro (2014) auf nur rund 2,4 Milliarden Euro. Wenn nun der gesamte Zuwachs auf der seit April verkauften Watch basiert und ein Gerät im Schnitt rund 500 Euro kostet, wären global nur rund 1,6 Millionen Stück verkauft worden. Das wäre wenig gemessen daran, dass der Verkauf der iPhones in derselben Zeit von 35,2 Millionen auf 47,5 Millionen Stück stieg.

Dabei ist Apple immer stärker vom iPhone abhängig. Der Gesamtumsatz in Höhe von umgerechnet 45 Milliarden Euro hängt zu rund zwei Dritteln vom iPhone ab, vor einem Jahr war es nur knapp die Hälfte. Ein iPhone bringt im Schnitt knapp 600 Euro ein, vor einem Jahr waren es etwas mehr als 500 Euro. Das iPhone ist auch Hauptgrund für die extrem hohe Marge beim Bruttogewinn von 40 Prozent.

Zeitgleich sank der Verkauf des Flachcomputers iPad von 13,3 Millionen Stück im Quartal auf 10,9 Millionen Stück. Ein Grund ist, dass das relativ große iPhone 6 Plus, eines der zwei Modelle des im September gestarteten iPhone 6, nur etwas kleiner ist als der Mini iPad. Das bis zu 999 Euro teure Handy kannibalisiert also den Tabletcomputer. Insgesamt machen die iPads nun nicht einmal zehn Prozent des Umsatzes aus - vor einem Jahr waren es 16 Prozent.

(rky)
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