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Berlin
Arbeitgeber fordern: Mindestlohn für Migranten aussetzen

Berlin. Die Arbeitgeber haben die Bundesregierung aufgefordert, den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde für bis zu zwölf Monate auszusetzen, wenn Flüchtlinge und schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose sogenannte Orientierungspraktika in Unternehmen absolvieren. "Die Aufnahme zustimmungs- und mindestlohnfreier Orientierungspraktika sollte grundsätzlich für bis zu zwölf Monate Dauer ermöglicht werden", heißt es in einem 13-Punkte-Papier, das die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) vor einem Treffen von Firmenchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgelegt hat. Merkel will heute Abend mit den Chefs großer Unternehmen beraten, warum sie bislang kaum Migranten eingestellt haben.

Die Aussetzung des Mindestlohns sei besonders sinnvoll "gerade für Menschen, die keine abgeschlossene Ausbildung haben oder deren Ausbildung nicht unmittelbar für die Betriebe nutzbar ist", heißt es in dem BDA-Papier. Darin fordern die Arbeitgeber zudem, das Zeitarbeitsverbot für Drittstaatsangehörige vollständig abzuschaffen. Bisher gilt, dass Asylbewerber 15 Monate lang warten müssen, bevor sie einen Zeitarbeitsjob aufnehmen dürfen.

(mar)
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