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Bundesagentur für Arbeit
Arbeitslosenzahl im Bund sinkt - leichter Anstieg in NRW

Arbeitslosenzahl sinkt im Februar 2016 - leichter Anstieg in NRW
FOTO: dapd
Nürnberg. Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich weiter positiv entwickelt. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar um 9000 auf 2,911 Millionen gesunken, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte.

Die Zahlen der BA zeigen, dass es in Deutschland 106 000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr gibt. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkt auf 6,6 Prozent. Der Rückgang sei auch durch die vergleichsweise milde Witterung im Februar begünstigt gewesen.

Große Nachfrage nach Arbeitskräften in NRW

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Arbeitslosen hingegen gestiegen - allerdings nur noch leicht. Insgesamt nahm die Zahl der Stellensuchenden um 1703 auf knapp 754 000 zu, wie die BA mitteilte.

Wegen des milden Winters sei der saisontypische Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr schwächer ausgefallen als üblich, berichtete die Chefin der NRW-Regionaldirektion, Christiane Schönefeld. Gleichzeitig sei die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin groß. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen um 1,8 Prozent. Im Januar war die Zahl erwartungsgemäß deutlich angestiegen.

Für die kommenden Monate erwartet Schönefeld dank der Frühjahrsbelebung sinkende Arbeitslosenzahlen. Der Rückgang werde allerdings nicht so deutlich ausfallen wie in den vergangenen Jahren.
Ein Grund dafür sei, dass nun zunehmend auch Flüchtlinge nach Arbeit suchten. Die Jobcenter seien darauf vorbereitet und würden alles dafür tun, möglichst vielen eine Chance auf eine Beschäftigung zu geben.

In den Vorjahren war die Zahl im Februar angestiegen

Bundesweit war in den vergangenen Jahre im Februar ein geringer Anstieg üblich. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte:
"Der Arbeitsmarkt hat sich vor dem Hintergrund eines moderaten Wirtschaftswachstums insgesamt weiter positiv entwickelt. Die Arbeitslosigkeit ist im Februar saisonbereinigt erneut zurückgegangen."

Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen waren im Februar 2,723 Millionen Menschen in Deutschland ohne Arbeit. Das sind 10.000 weniger als im Januar. In West- und Ostdeutschland sank die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl jeweils um 5000.

Erwerbstätigkeit in Deutschland ist angestiegen

Die Erwerbstätigkeit sowie die Zahl der Menschen mit regulärem Job wuchsen zugleich weiter. Nach den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes vom Januar erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 74.000 auf 42,96 Millionen.
Das waren 517.000 mehr als im Vorjahr.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte nach Hochrechnung der Bundesagentur von November auf Dezember saisonbereinigt um 71.000 auf 31,18 Millionen zu. Das waren 780.000 mehr Menschen mit regulärer Beschäftigung als vor einem Jahr.

In Verkauf und Logistik werden Arbeitskräfte gesucht

Gleichzeitig ist die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bei den Unternehmen weiter sehr hoch: Die Zahl der offenen Stellen stieg im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 95.000 auf 614.000. Besonders gesucht waren Arbeitskräfte im Verkauf, in der Mechatronik, der Energie- und Elektrotechnik sowie in Verkehr und Logistik. Auch in der Metallerzeugung und -bearbeitung, in Metallbau, Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie in den Gesundheitsberufen haben Bewerber gute Aussichten auf eine Stelle.

68 Prozent mehr Flüchtlinge als 2015, die einen Job suchen

Der starke Zugang von Flüchtlingen im vergangenen Jahr beschäftigt zunehmend auch die Jobvermittler. Allein im Februar seien bei den deutschen Jobcentern 103 000 Menschen aus Asylzugangsländern als arbeitslos registriert gewesen. Das seien knapp 42 000 oder 68 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Raimund Becker, mit. "Im zweiten Quartal wird die Anzahl der Menschen, die wir in den Jobcentern betreuen werden, weiter steigen."

Mit einem weitaus stärkeren Anstieg rechnet Becker allerdings erst im dritten und vierten Quartal. Auf die erwartete große Zahl arbeitsloser Flüchtlinge seien die Jobcenter aber ausreichend vorbereitet. So seien das Personal dort deutlich aufgestockt und die neuen Mitarbeiter für die Betreuung von Flüchtlingen gründlich fortgebildet worden.

In Europa sinkt Arbeitslosigkeit auf 10,3 Prozent

Auch die Arbeitslosigkeit in Europa ist im Januar weiter zurück gegangen. Die Erwerbslosenquote sank in der Eurozone leicht auf 10,3 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag mitteilte. In der gesamten EU verringerte sich die Quote gleichfalls um 0,1 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent. Für die Eurozone war dies der niedrigste Stand seit August 2011, für die EU gar seit Mai 2009.

In den 19 Staaten der Währungsunion waren im Januar nach Angaben der Luxemburger Statistiker 16,65 Millionen Menschen ohne Job. Das waren 1,45 Millionen weniger als im Vorjahresmonat. EU-weit blieben 21,79 Millionen Menschen arbeitslos, gut zwei Millionen weniger als ein Jahr zuvor.

Große Unterschieden zwischen den EU-Staaten

Die Kluft zwischen den EU-Staaten blieb weiter groß: Die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnete laut Eurostat weiter Deutschland mit 4,3 Prozent. Dagegen lag die Erwerbslosigkeit in Griechenland bei zuletzt 24,6 Prozent und in Spanien bei 20,5 Prozent.

Bei der Jugendarbeitslosigkeit blieb die Lage in diesen beiden Ländern dramatisch: Eurostat zufolge hatten in Griechenland 48,0 Prozent der Erwerbsbevölkerung unter 25 Jahren keine Arbeit und in Spanien 45 Prozent. EU-weit waren es im Schnitt 19,7 Prozent.

(rent/dpa/REU/AFP)
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