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Hamburg
Audi: Doch vorsätzlicher Betrug?

Hamburg. Im Abgas-Skandal gerät der Chef des Autobauers unter Druck.

In der Affäre um manipulierte Abgas-Werte von Dieselmotoren fordern die Arbeitnehmer von Audi-Chef Rupert Stadler Aufklärung. "Jetzt müssen die Gründe für diesen gravierenden Fehler gefunden und beseitigt werden. Das hat oberste Priorität", sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef, der frühere IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber.

Audi hat inzwischen zugegeben, eine nach US-Recht als illegal geltende Software bei Sechszylinder-Diesel-Motoren mit drei Litern Hubraum eingebaut zu haben. Anfang November hatte VW eine Manipulation von Audi-Motoren noch kategorisch ausgeschlossen. Damit gerät auch Audi-Chef Rupert Stadler zunehmend unter Druck. Der 52-Jährige verteidigte sich unterdessen erstmals öffentlich. Der Audi-Vorstand habe sofort nach Bekanntwerden der Abgas-Manipulationen beim Mutterkonzern Volkswagen Mitte September eigene Untersuchungen eingeleitet, sagte Stadler dem "Donaukurier". Aber erst in der vorigen Woche hätten Audi-Techniker gegenüber dem Vorstand eingeräumt, dass eine im Sechszylinder-Dieselmotor V6-TDI verwendete Software nach dem US-Gesetz "kritisch" sein könnte. Bis dahin habe das Team versichert, die Motoren von Audi seien gesetzeskonform. Inzwischen seien deswegen zwei Mitarbeiter suspendiert worden.

Nun untersucht Audi, ob mit dem Einsatz der Software vorsätzlich betrogen werden sollte. Über persönliche Konsequenzen will Stadler nicht sprechen: "Jetzt geht es um die Wahrheit, und ich werde nicht ruhen, bis alles auf dem Tisch ist."

Auch beim Mutterkonzern VW laufen die Untersuchungen derweil weiter. Die Mitarbeiter in den deutschen Werken werden nun jedoch erstmal in verlängerte Werksferien geschickt - möglicherweise, um auf Absatzeinbrüchen zu reagieren. Die Produktion wird dort zwischen dem 17. Dezember und dem 11. Januar 2016 zum Stillstand kommen.

(rtr/dpa)
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