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Frankfurt
Aufseher warnen Versicherer vor zu viel Staatsanleihen

Frankfurt. Die europäische Versicherungsaufsicht warnt die Branche davor, sich übermäßig auf Staatspapiere einzelner Länder zu stürzen. "In einigen Situationen haben wir höhere Konzentrationen sowohl auf Staatsanleihen als auch auf Banken gesehen, die wir für nicht gesund halten", sagte der Präsident der Aufsichtsbehörde EIOPA, Gabriel Bernardino, bei einer Branchenkonferenz in Frankfurt. "Wir hätten gerne, dass die Versicherer ihre Portfolios mehr diversifizieren", erklärte Bernardino. Aufseher könnten aber nur Anreize zur Vermeidung solcher Klumpenrisiken schaffen, die Entscheidung liege bei den Versicherern selbst.

Lebensversicherer legen das Geld ihrer Kunden traditionell überwiegend in vermeintlich sicheren festverzinslichen Wertpapieren an. Dabei bevorzugen sie oft Staatsanleihen ihrer Heimatländer. Auf der Suche nach Rendite in Zeiten niedriger Zinsen greifen sie in letzter Zeit aber verstärkt auch zu Anleihen südeuropäischer Länder, die mehr Zinsen abwerfen. Die Finanzkrise hatte aber gezeigt, dass auch Staatsanleihen nicht hundertprozentig ausfallsicher sind.

Bernardino schloss sich mit seinen Aussagen den Forderungen der europäischen Bankenaufseher an. Von denen fordern immer mehr, dass Staatsanleihen künftig mit Eigenkapital abgesichert werden sollen. Beschlüsse dazu gibt es aber nicht, weil die Politik in Europa lange keine Zweifel an Staatspapieren zulassen wollte, um die Refinanzierung nicht zu erschweren.

(rtr)
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