Hansen offiziell als Arbeitsdirektor nominiert: Bahn baut Führung um
zuletzt aktualisiert: 09.05.2008 - 21:26Berlin (RPO). Hartmut Mehdorn behält auch in Zukunft die Zügel bei der Deutschen Bahn in der Hand. Doch angesichts der geplanten Privatisierung will die Deutsche Bahn AG noch schnell die Konzernspitze umbauen. Offiziell ist jetzt der frühere Chef der Bahngewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, als Arbeitsdirektor nominiert. Der Seitenwechsel sorgt weiter für Wirbel.
Der Vorstand machte am Freitag einen Vorschlag für die neue Struktur, den der Aufsichtsrat nächste Woche billigen soll. Aufsichtsratschef Werner Müller signalisierte bereits Zustimmung zu dem Konzept, wie die Bahn mitteilte.
Nach den Vorschlägen des Vorstands soll der Personalverkehr und die Logistiksparte in eine neue Gesellschaft, die DB Mobility Logistics (DB ML AG), ausgegründet werden, die dann zu 24,9 Prozent an private Investoren verkauft wird. Diese neue Gesellschaft soll von Mehdorn (Vorstandsvorsitzender), Diethelm Sack (Vorstand Finanzen), Margret Suckale (Vorstand Personal), Karl-Friedrich Rausch (Vorstand Personenverkehr) und Norbert Bensel (Vorstand Logistik) geführt werden.
Hoffnung auf Beruhigung
Daneben gibt es weiter den Vorstand der DB AG. Auch hier soll Mehdorn Vorstandschef sein. Daneben sitzen Diethelm Sack (Vorstand Finanzen), Stefan Garber (Vorstand Infrastruktur), Otto Wiesheu (Vorstand Politik und Wirtschaft) sowie Ex-Transnet-Chef Hansen als Arbeitsdirektor in der Führungsspitze. Beide Gesellschaften sollen jeweils eine handlungs- und funktionsfähige eigene Organisation erhalten, wie es weiter hieß.
Aufsichtsratschef Müller wird mit den Worten zitiert: "Das Führungskonzept der DB AG führt zu einem Höchstmaß an Kontinuität und trägt den Anforderungen des Kapitalmarktes als auch der gewünschten Absicherung des internen Arbeitsmarktes mit dem vorliegenden Beschäftigungsbündnis Rechnung."
Mehdorn erklärte, der Vorstand könne mit dieser Aufstellung seine erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre fortsetzen und erwarte nach langer Zeit unruhiger Diskussionen eine Beruhigung.
Krauß wird Hansens Nachfolger
An Hansens Wechsel von der Gewerkschaft in die Konzernspitze hatte es heftige Kritik gegeben, unter anderem aus der SPD, der er angehört. Die Regierung dementierte aber am Freitag Berichte, wonach SPD-Chef Kurt Beck sich mit Kanzlerin Angela Merkel auf die Personalie Hansen vorab verständigt habe. Merkel habe auf den Wechsel nicht "eingewirkt", sagte Regierungssprecher Thomas Steg. Hansen war am Donnerstag von seinem Chefposten bei Transnet zurückgetreten, um Arbeitsdirektor bei der Deutschen Bahn zu werden.
Die Spitzengremien von Transnet nominierten am Freitag den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Lothar Krauß als Nachfolger von Hansen. Am 16. Mai soll Krauß von den 120 Mitgliedern des Beirats offiziell zum neuen Vorsitzenden gewählt werden. Bis zu seiner Wahl soll der 52-Jährige die Gewerkschaft als Interimsvorsitzender führen.
Krauß ist seit 1996 im Transnet-Vorstand und war bisher für Mitbestimmung und Finanzen zuständig. Tief greifende Änderungen in der Gewerkschaft wird es ihm zufolge unter seinem Vorsitz nicht geben: "Wenn ich an der Politik der Transnet etwas ändern wollte, hätte ich das schon in der Vergangenheit getan", betonte er.
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