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Berlin
Die Bahnpreise bleiben 2015 stabil

Das sind die Schwarzfahrer-Hochburgen in Deutschland
Das sind die Schwarzfahrer-Hochburgen in Deutschland FOTO: RPO
Berlin. Die Konkurrenz aus der Fernbus-Branche bringt die Bahn unter Druck.

Etwas muss Berthold Huber richtig gemacht haben, denn selbst Fahrgastvertreter und Verbraucherschützer sind erfreut: Die Bahn tastet beim diesjährigen Fahrplanwechsel die meisten Fahrpreise für ICE, EC und IC nicht an. Damit will sich der Konzern gleich drei Konkurrenten vom Leib halten: Fernbus, Flugzeug und Auto.

Die übliche flächendeckende Preiserhöhung fällt im Fernverkehr aus. Nur wer über die neue Strecke Erfurt-Halle/Leipzig fährt, zahlt mehr. Sparpreise sind noch am Tag der Abreise buchbar, Sprinter-Zuschläge fallen weg. Wenn die Zulassung rechtzeitig kommt, fahren die ersten doppelstöckigen Intercity-Züge. Das dürfte den Wagenmangel dämpfen, den Fahrgastverbände kritisieren. Kostenloses WLAN in der zweiten Klasse kommt indes frühestens in einem Jahr ins Bahn-Angebot.

"Der Fernbus hat das Spiel am Markt verändert", bekennt Bahn-Vorstand Berthold Huber. Die Rivalen von der Autobahn sind seit der Marktfreigabe 2013 im Aufwind, die Streiks bei der Bahn brachten noch mehr Kundschaft. Mitfahrzentralen boomen, Diesel ist ein Viertel billiger als 2012 - Autofahren ist wieder günstiger. Ryanair fliegt jetzt fünf Mal am Tag von Köln/Bonn nach Berlin. Innerdeutsch tritt die Bahn nun also auch gegen Billigflieger an. In der zweiten Klasse des Fernverkehrs hatte es schon im vergangenen Jahr eine Nullrunde gegeben. Höhere Preise sind nur im Regionalverkehr zu erwarten, den der Staat subventioniert.

Die Fernbus-Branche setzt die Bahn unter Druck. Allein 2014 verlor die Bahn nach eigenen Angaben 130 Millionen Euro Umsatz an die neue Konkurrenz. Das Problem sind aber nicht nur Kunden, die in Busse umsteigen. Allein die Möglichkeit, dies zu tun, habe die "Preiswahrnehmung" geändert, so Huber. Zu deutsch: Auch treue Bahnfahrer sehen nicht mehr ein, dass sie doppelt oder dreimal so viel zahlen sollen wie Buskunden, auch wenn sie mit dem Zug meist viel schneller am Ziel sind. Trotzdem ist dieses Jahr ein neuer Fahrgastrekord im Fernverkehr möglich, wie Huber andeutete. In den vergangenen drei Monaten gab es 600 000 zusätzliche Fahrgäste. Das Plus brachten indes Billigangebote wie ein 19-Euro-Ticket und Bahncards zum halben Preis für junge Kunden.

Verlust macht die Bahn aber deshalb vermutlich nicht. Der Fernverkehr ist nur ein Geschäftsfeld von vielen. Der Regionalverkehr etwa bringt mehr als doppelt so viel Umsatz. Der Konzern rechnete zuletzt mit einer Milliarde Euro Gewinn in diesem Jahr. Ihre Ziele jedoch hätte die Bahn damit erneut verfehlt. Das liegt auch an steigenden Kosten, etwa durch den teuer erkauften Tariffrieden mit den Gewerkschaften und Klimaabgaben.

Also wird kräftig an der Kostenschraube gedreht - natürlich nach unten. Konzernchef Rüdiger Grube hat ein Sparprogramm angekündigt. Allein in der Zentrale will er bis zum Jahr 2020 etwa 700 Millionen Euro sparen. Auch ein Stellenabbau ist möglich. Heute berät der Aufsichtsrat über einen grundlegenden Umbau. Beschlossen werden sollen die Maßnahmen allerdings erst im Dezember.

(dpa)
 
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