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Kraak
Bauern warnen vor Milchpreis unter 20 Cent

Kraak. Die Bewältigung der Milchmarktkrise und die Neuzulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat gehören zu den Schwerpunkten der Frühjahrs-Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern in Göhren-Lebbin (Mecklenburg-Vorpommern). Bauern, Umwelt- und Tierschützer wollen die Konferenz zu Protesten nutzen - vor allem wegen des Milchpreises. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft gaben 2015 in Deutschland rund 3200 Milchbetriebe auf.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) befürchtet, dass der Erzeugerpreis für einen Liter Milch in den nächsten Monaten auf unter 20 Cent abstürzt. Damit wäre dann weniger als die Hälfte der Kosten gedeckt, sagte der Landesvorsitzende für Mecklenburg-Vorpommern, Christian Karp. Eine Molkerei habe bereits mitgeteilt, nur noch 19 Cent zahlen zu wollen, sagte Karp. Derzeit erhalten Milcherzeuger knapp 25 Cent pro Liter.

Als Ursache für den Preisverfall gilt das Überangebot an Milch in Europa. BDM-Sprecher Hans Foldenauer sagte: "Die Milchmenge muss runter. Wir haben den globalen Markt geflutet." Nach der Abschaffung der Milchquote als Lieferbegrenzung in der EU habe die Politik den Bauern geraten, die Produktion auszuweiten, weil die Nachfrage weltweit steigen werde. Sie sei aber nicht so stark gestiegen wie die Produktion. Laut BDM müsste die Milchmenge nur um zwei bis drei Prozent sinken, um den Preis zu stabilisieren. Dies könne jeder Milchviehhalter problemlos durch geänderte Futterrationen bewirken, sagte Karp. Dafür müssten keine Kühe abgeschafft werden.

(dpa)
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