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Leverkusen
Bayer erzielt 2015 Rekordgewinn

Leverkusen. Der Ausblick für 2016 enttäuscht. Die Aktie fällt, erholt sich dann aber wieder.

Der Kapitalmarkt kann gnadenlos sein. Bayer hat im vergangenen Jahr mit 46,3 Milliarden Euro den höchsten Umsatz und mit 10,3 Milliarden Euro den höchsten Gewinn seiner 153-jährigen Geschichte erzielt. Auch die Dividende soll mit 2,50 Euro je Aktie so hoch ausfallen wie nie zuvor. Dennoch rutschte die Aktie gestern zeitweise um vier Prozent auf 91 Euro ab und war zwischenzeitlich größter Verlierer im Dax. Die Anleger schauen eben nicht nach hinten, sondern nach vorn. Und sie sind enttäuscht über den vorsichtigen Ausblick für 2016: Danach sollen Umsatz und Gewinn weiter wachsen, aber nur moderat. Der Konzern will die Latte für Werner Baumann, der am 1. Mai das Steuer übernimmt, offenkundig nicht zu hoch legen.

Zugpferd 2015 war einmal mehr das Pharmageschäft (Pharmaceuticals und Consumer Care), das fast zwei Drittel zum Gewinn beisteuerte. Vor allem fünf patentgeschützte Medikamente (Xarelto/Schlaganfall, Eylea/Augen, Stivarga und Xofigo/Krebs, Adempas/Lungenhochdruck) sind Verkaufschlager und verdoppelten ihren Umsatz fast auf vier Milliarden Euro. Nicht mal Millionen-Klagen in den USA stören das Geschäft, 4200 Frauen machen Xarelto unter anderem für Thrombosen verantwortlich. Bayer-Klassiker wie Aspirin, Adalat oder Canesten bringen auch noch immer Hunderte Millionen in die Kasse.

Ein schwaches Jahr erwischte dagegen der Pflanzenschutz (Crop Science), im vierten Quartal brach der Gewinn sogar ein. Grund sind Probleme in Schwellenländern, wo die Bauern weniger investieren. Spekulationen, wonach sich Bayer von der in Monheim sitzenden Crop Science verabschieden könnte, um Mittel für den weiteren Ausbau des Pharmageschäftes zu gewinnen, wies der künftige Bayer-Chef Werner Baumann zurück: "Jedes Geschäft muss sich immer wieder beweisen, aber auch Crop Science ist innovativ und ein tolles Geschäft."

Vom Kunststoff-Geschäft, das sich konjunkturbedingt über einen Gewinnsprung auf 1,7 Milliarden Euro freute, will der Konzern sich dagegen verabschieden. Er hat bereits 31 Prozent von Covestro an die Börse gebracht. "Mittelfristig werden wir uns komplett trennen", sagte Finanzchef Johannes Dietsch. Im April endet die Haltefrist, von da an kann er jederzeit verkaufen. Bayer als Chemiekonzern ist dann Geschichte.

(anh)
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