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Verweis auf eingerichtete Hilfsfonds: Bayer weist Vorwürfe zurück

zuletzt aktualisiert: 04.06.2003 - 13:39

Leverkusen (rpo). Bayer weist alle Vorwürfe von sich, die in den letzten Tagen in den USA im Zusammenhang mit verunreinigten Blutprodukten aufgetaucht sind: Der Pharma- und Chemiekonzern wies "das unterstellte Fehlverhalten beim Vertrieb dieser Produkte Mitte der 80-er Jahre mit Nachdruck" zurück.

Bayer habe jederzeit im Einklang mit den bestehenden Vorschriften in den jeweiligen Ländern sowie dem damals entsprechenden Stand der Wissenschaft gehandelt, hieß es. Man werde die vor einem US-Bezirksgericht in Kalifornien wegen des Vertriebs HIV-infizierter Blutpräparate erhobene Klage prüfen und sich "entschieden dagegen verteidigen", erklärte ein Unternehmenssprecher.

Eine US-Anwaltskanzlei hatte eine entsprechende Sammelklage gegen Bayer und andere Hersteller eingereicht. Unter den Klägern sind nach Angaben der Anwälte auch deutsche Bluterkranke, die in den 80-er Jahren durch Gerinnungspräparate wie Faktor VIII mit HIV oder Hepatitis C infiziert wurden. Die Klage richtet sich gegen die Bayer Corporation und ihre Sparte Cutter Biological, sowie die Mitbewerber Baxter Healthcare, Armour Pharmaceutical oder Alpha Therapeutic.

Laut Bayer haben sich in den 90-er Jahren die Hersteller gemeinsam mit Regierungen und betroffenen Patienten sowie ihren Organisationen über Hilfsmaßnahmen verständigt. So seien allein in den USA 600 Millionen Dollar ohne Haftungseingeständnis von den beteiligten Unternehmen bereitgestellt worden. Auch in anderen Ländern seien solche Hilfsmaßnahmen getroffen worden. In Deutschland seien durch die 1995 eingerichtete "Stiftung nach dem HIV-Hilfegesetz" rund 250 Millionen Mark bereitgestellt worden, wobei alleine Bund und Länder 150 Millionen Mark getragen hätten, hieß es bei Bayer.

Das Unternehmen zeigte sich "überrascht", dass zehn Jahre nachdem man sich weltweit über Lösungen für die Betroffenen verständigt habe, eine Klage eingereicht wurde. Die Entscheidungen der damaligen US-Tochter Cutter - wie auch der anderen Anbieter solcher Produkte - basierten nach Angaben des Konzerns auf den vor 20 Jahren verfügbaren besten wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie dem Stand der Technik und hätten im Einklang mit den damals gültigen Vorschriften gestanden. "Sie dürfen deshalb nicht rückblickend mit dem heutigen Wissensstand beurteilt werden", betonte Bayer.

Nachdem damals festgestellt worden sei, dass das Virus durch diese Blutermedikamente übertragen werden konnte, wurde ein neues Verfahren entwickelt, bei dem das Virus durch Erhitzung abgetötet wurde. Nach Zulassung dieses neuen Verfahrens durch die Behörden habe Cutter nur noch hitzebehandelte Produkte hergestellt, hieß es in der Firmenmitteilung weiter.


 
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