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München
Bayers Nein zu Gen-Saatgut in Europa

München. Die Grünen zweifeln an den Zusagen von Konzernchef Werner Baumann. Von Laura Harlos

Bayer-Chef Werner Baumann hat sich zum Einsatz von genverändertem Saatgut in der europäischen Landwirtschaft geäußert. Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" sicherte er zu, dass der Konzern es akzeptiere, wenn die europäische Politik und Gesellschaft diese Form des Saatguts ablehne. "Und wir werden nicht versuchen, etwas anderes durchzudrücken." Baumann distanziert sich von den Methoden Monsantos. Der US-Gentechnikkonzern habe Anfang des letzten Jahrzehnts versucht, die Einführung von genveränderten Pflanzen in Europa gegen große Widerstände voranzutreiben. Dabei sei das Unternehmen zu wenig auf Kritik und Bedenken eingegangen. "Der Schuss ist nach hinten losgegangen", sagte Baumann.

Unter seiner Führung solle damit Schluss sein, kündigte der Konzernchef an. "Wir bei Bayer haben einen partnerschaftlichen Ansatz, mit unseren Kunden und allen gesellschaftlichen Gruppen umzugehen." Baumann will auch persönlich stärker den Dialog mit Kritikern suchen.

Die Befürchtung, Gen-Saatgut könne verstärkt in Europa eingesetzt werden, war gewachsen, nachdem die Übernahme Monsantos durch Bayer öffentlich wurde. Die Grünen reagierten skeptisch auf Baumanns Aussagen zum Gen-Saatgut. "Europas Gentechnikfreiheit darf nicht auf großzügigen Zusagen von privaten Unternehmen basieren", sagte der Agrarexperte der Bundestagsfraktion, Harald Ebner. Benötigt werde eine handfeste gesetzliche Grundlage für Gentechnik-Verbote ohne Hintertüren.

Nach langem Hin und Her hatte Monsanto vor gut drei Wochen dem Kauf durch Bayer zugestimmt. Mit 66 Milliarden Dollar ist es die teuerste Übernahme, die ein deutsches Unternehmen jemals gewagt hat. Sollten Monsanto-Aktionäre und Behörden die Übernahme genehmigen, entstünde der weltweite Marktführer bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln.

Quelle: RP
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