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Brüssel/Berlin
Behörde startet Diesel-Rückruf mit Porsche Macan

Brüssel/Berlin. Volkswagen gerät wegen der Behandlung seiner deutschen und europäischen Kunden im Zuge des Abgas-Skandals weiter unter Druck. Verbraucher-Organisationen aus den meisten EU-Staaten klagten über einen "Mangel an Transparenz", sagte die zuständige EU-Kommissarin Vera Jourova. Der Konzern habe betroffene Kunden nicht ausreichend darüber informiert, wie Abhilfe geschaffen werden solle, hieß es ergänzend aus der Brüsseler Behörde. Zudem würden Verbraucher je nach EU-Land unterschiedlich behandelt. In Deutschland werden unterdessen weitere Fahrzeuge zu Nachbesserungen in die Werkstatt gerufen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat als erstes die Umrüstung des Modells Macan von Porsche freigegeben. Betroffen sind 10.500 zugelassene Diesel-Fahrzeuge. Mit der Umrüstung soll die Abgasreinigung bereits ab fünf Grad Außentemperatur in vollem Umfang arbeiten - und nicht erst wie bisher über 17 Grad. Dies soll auch bei allen Modellen des Typs greifen, die neu zugelassen werden. Hintergrund sind Nachmessungen des KBA im Zuge des VW-Skandals. Dabei ergaben sich bei 22 von 53 Wagen verschiedener Hersteller Zweifel, ob ein Herunterregeln der Abgasreinigung bei niedrigeren Temperaturen mit dem Schutz des Motors zu begründen ist.

Trotz der anhaltenden Krise ist VW auf Expansionskurs. Der Konzern wolle einen deutlichen Anteil am US-Lastwagenbauer Navistar kaufen, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Der Plan zur Übernahme von 19,9 Prozent der Aktien solle heute bekannt gegeben werden.

(dpa)
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