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Düsseldorf
Bei Eurowings gibt es diese Woche keinen Streik

Düsseldorf. Die Gewerkschaft der Flugbegleiter (Ufo) hofft auf eine Schlichtung durch den SPD-Politiker Matthias Platzeck.

Die Passagiere der Lufthansa-Billigtochter Eurowings können aufatmen. Den für diese Woche angekündigten Streik an zwei bisher nicht festgelegten Tagen hat die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (Ufo) abgesagt. Sie habe dem Lufthansa-Vorstand stattdessen vorgeschlagen, unter der Leitung des früheren Schlichters Matthias Platzeck mit den Verantwortlichen eine Einigung zur weiteren Vorgehensweise zu versuchen, teilte die Ufo mit. Dabei sollen die Themen für eine spätere Schlichtung bestimmt werden. Der SPD-Politiker hatte im Sommer bereits im Tarifstreit zwischen Lufthansa und ihren von Ufo vertretenen 19.000 Flugbegleitern den Kompromiss ausgearbeitet.

Das Management begrüßte die Rückkehr der Ufo an den Verhandlungstisch. "Das ist ein gutes Signal", sagte ein Sprecher. Allerdings wolle das Unternehmen in einer Schlichtung nur über die offenen Teile des Tarifvertrages reden - langfristige Garantien für die Standorte sind damit eigentlich ausgeschlossen.

Denn auch wenn es in dem Streit bei der Eurowings vordergründig um Gehaltserhöhungen geht, verfolgt die Gewerkschaft in Wahrheit ein anderes Ziel: Sie will vielmehr festschreiben, dass sich die ganze Eurowings-Gruppe soweit wie möglich auch künftig an den gut bezahlenden Lufthansa-Konzern anlehnt. Zudem will die Ufo verhindern, dass Eurowings immer mehr Jets an Stationen außerhalb Deutschlands stationiert, wo bei Tochterfirmen andere Gehaltsregelungen gelten könnten. Immerhin will Eurowings 40 Jets von Air Berlin übernehmen.

Ufo hatte Ende vergangener Woche den Flugbetrieb mit einem Streik bei Eurowings weitgehend lahmgelegt, 400 Flüge fielen aus. Die Arbeitsniederlegung hatte allerdings auch gezeigt, wie sehr Ufo auf Konfrontation geht: Der Streik wurde von der Tochterfirma Eurowings GmbH mit ihren 23 Jets völlig überraschend auf Germanwings mit 58 Flugzeugen ausgedehnt, weil Ufo bei Eurowings relativ wenige Mitglieder hat. Also solidarisierten sich Ufo-Mitglieder bei Gemanwings unter einem Vorwand mit ihren Kollegen. So konnte Ufo demonstrieren, durchsetzungsfähiger als die Konkurrenzgewerkschaft Verdi zu sein - auch ein Ziel des Streiks.

(rky)
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