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Weeze
Bei Ryanair drohen Streiks

Weeze: Bei Ryanair drohen Streiks
Ein Ryanair-Flugzeug im Landeanflug. FOTO: Phil Noble/Reuters
Weeze. Gewerkschaften auch in Deutschland wollen Tarifverträge durchsetzen.

Beim irischen Billigflieger Ryanair könnte es erstmals in der Unternehmensgeschichte zu europaweiten Pilotenstreiks kommen. Die Fluggesellschaft und ihre Passagiere müssen sich unter anderem in Deutschland auf Verspätungen und Flugausfälle einrichten. Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kündigte gestern für die zehn hiesigen Ryan-air-Basen Arbeitskämpfe an, ohne genaue Termine zu nennen. Man wolle der Fluggesellschaft Gegenmaßnahmen erschweren, sagte dazu der VC-Präsident Ilja Schulz. Die Passagiere würden rechtzeitig informiert. Über die Weihnachtstage vom 23. bis 26. Dezember blieben sie aber von Streiks verschont.

Gewerkschaften in Portugal und Italien haben schon zu Arbeitskämpfen bei Ryanair aufgerufen. Die Italiener wollen bereits am Freitag für vier Stunden die Arbeit niederlegen. An der Basis Dublin haben sich am Montagabend irische Piloten per Urabstimmung für einen Streik ausgesprochen. Sie wollen am 20. Dezember erstmals die Arbeit niederlegen.

Der Flughafen Weeze erklärte auf Anfrage, Vorbereitungen eines Arbeitskampfes seien nicht bekannt. Im Falle des Falles würde man sich um die Passagiere kümmern.

Die Gewerkschaften werfen der 1985 gegründeten Ryanair vor, den Flugbetrieb für die rund 4000 Piloten mit unsozialen Arbeitsbedingungen nach irischem Recht zu organisieren - also faktisch ohne Tarifvertrag. Es gebe keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, keine verbindlichen Dienstpläne, keine Altersvorsorge und ein weit verbreitetes System von scheinselbstständigen Piloten, kritisierte VC-Präsident Schulz.

Jetzt solle ein Tarifvertrag ähnlich zu Tuifly vereinbart werden, so die VC. Dann würden die Piloten rund ein Drittel mehr verdienen.

Ryanair lehnte Verhandlungen trotz Streikdrohung kategorisch ab. Das Unternehmen hat aber das Problem, schon jetzt viele Flüge streichen zu müssen, weil Piloten kündigen. Die VC droht mit einem langen Streik. Die Aktie von Ryanair rutschte seit August um 15 Prozent ab.

(dpa/rky)
 
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