| 07.12 Uhr

Berlin
Beitragseinnahmen der Lebensversicherer sinken

Berlin. Die deutschen Lebensversicherer haben im ersten Halbjahr einen spürbaren Prämienrückgang wegstecken müssen. Das Geschäft mit klassischen Policen habe sich zwar erholt und sei "eher stabil", sagte der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland. Aber die Einnahmen durch Versicherungen mit Einmalbeiträgen seien wie erwartet stark rückläufig. Solche Policen wurden früher oft als Kapitalanlage genutzt. Wegen der niedrigen Zinsen sei diese Art von "Tagesgeldersatzfunktion" für viele Versicherer nicht besonders profitabel, erläuterte Erdland. Unterm Strich sanken die Einnahmen der Lebensversicherer binnen Jahresfrist um 4,5 Prozent.

Die gesamte Branche verbuchte laut Erdland stagnierende Beitragseinnahmen: "Es ist allenfalls ein leichter Rückgang zu spüren." Das Plus von 3,1 Prozent bei der Schaden- und Unfallversicherung bezeichnete der Verbandschef als recht zufriedenstellend.

Trotz des Gegenwinds seien die Lebensversicherer in der Lage, mit den niedrigen Zinsen "fertig zu werden", betonte Erdland. Er räumte aber ein: "Natürlich wird es immer schwerer, die Renditen zu erzielen." Die Niedrigzinsen drücken auf die Kapitalpolster der Unternehmen, wie zuletzt die Finanzaufsicht Bafin berichtet hatte. Erdland plädierte erneut dafür, dass die Branche ihre Kapitalpuffer langsamer aufbauen müsse als bisher. Für 2016 rechnet der GDV bei dieser Zinszusatzreserve mit rund 14 Milliarden Euro. In diesem Topf, mit dem die Versicherer besser gegen Krisen gewappnet sein sollen, wären dann 46 Milliarden Euro. "Diese von Jahr zu Jahr wachsende Belastung ist immer schwerer zu stemmen", so Erdland.

(rtr)
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